Hinter den Apfelbäumen

 

Hinter den Apfelbäumen haust der Wind.
Und du, mein Kind,
verlass nie die Träume,
bleib nie, wo du bist,
geh dorthin, wo andere Kinder sind.

 

Bild: Blühender Apfelbaum von Curt Herrmann (1854 – 1929), Aquarell auf Büttenkarton, 1920 (gemeinfrei)

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Ich

Siehst du diesen Baum dort?
Das bin ich.
Siehst du seine Blätter?
Das sind meine Haare.
Siehst du seinen Stamm?
Das sind meine Beine.
Siehst du seine Äste?
Das ist mein Gesicht.
Siehst du diesen Baum dort?
Nein, du siehst mich nicht.

Foto: afroboof (cc-Lizenz)

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Traurigkeit

Die Bäume stehen herum wie stramme Soldaten vor der Schlacht, während die müden Wolken am dunstigen Himmel ihre Kreise ziehen. Das graue Gras liegt müde und seufzend um die Bäume.

Sonne, glitzere mir die Traurigkeit aus den Augen! Oder verbrenne mich, dass ich zu dir aufsteigen kann!

Foto von Alexander Vollmer (cc-Lizenz)

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Reiten

Reiten, immer nur reiten,
durch Felder, Wälder, Weiten,
ohne Ziel, ohne Sinn,
bis ich tot bin.

Foto (cc-Lizenz): Meta Mago

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M

Maulhelden maulen munter,
wann immer sie maulen möchten.
Auch ich möcht’ mal maulen,
mal mein Maul an einem Maulhelden messen.
Bald stünd ich da, besiegt und stumm.
Dafür hab ich Mumm.

Foto: Leo Reynolds

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Älteres: Höhenflug

Unter dem Etikett “Älteres” werde ich hier in loser Folge Texte veröffentlichen, die vor einiger Zeit entstanden sind – manche vor atemberaubend “einiger” Zeit – und doch überdauert haben – wie mich dünkt mehr oder weniger unbeschadet. Die anderen, “beschadeteren” Texte behalte ich schön für mich …

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Höhenflug

Ich halte mich an Gedanken fest und fliege mit ihnen davon. Ich fliege über die Dächer der Stadt hinweg. Die Gärten der Vorstädte lasse ich hinter mir. Herr Meier erscheint mir noch als schwarzer Punkt. Ich überfliege Felder und Wälder. Bald erscheinen sie mir bloss noch als unterschiedlich grüne Farbflecken. Ich verlasse die Erde und steige der Sonne entgegen. Bin ich dort angelangt, klappe ich mein Notizbuch mit einem tiefen Seufzer zu.

Foto: Last Hero

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