Sapo cancionero – Die singende Kröte

Du, singende Kröte der Nacht,
die du am Ufer deines Teichs sitzest und träumst.
Skurriler Tenor des Tümpels,
du bist trunken vor Liebe zum Mond.
Skurriler Tenor des Tümpels,
du bist trunken vor Liebe zum Mond.

Ich kenne dein Leben, fern jeglicher Glorie,
ich weiss von der Tragödie deiner unruhigen Seele.
Ich weiss auch, wie wahnsinnig du dem Mond huldigst,
ein Wahnsinn, der alle Poeten befällt.
Ich weiss auch, wie wahnsinnig du dem Mond huldigst,
ein Wahnsinn, der alle Poeten befällt.

Sängerkröte, du singst dein traurig Lied
vom trostlosen Leben,
das nur dank einer Illusion lebbar ist.
Du singst vom trostlosen Leben,
das nur dank einer Illusion lebbar ist.

Du bist hässlich und entstellt. Und du weisst es.
Deshalb versteckst du dich tagsüber.
Und nachst singst du dir die Melancholie vom Leibe.
Und dein Gesang klingt wie eine endlose Klage.
Und nachst singst du dir die Melancholie vom Leibe.
Und dein Gesang klingt wie eine endlose Klage.

Deine eigensinnige Stimme widerhallt unermüdlich.
Deine Verse sind ebenso nutzlos, wie sie schön sind.
Vielleicht weisst du ja nicht, wie kalt der Mond ist,
denn er gab sein ganzes Blut den Sternen.
Vielleicht weisst du ja nicht, wie kalt der Mond ist,
denn er gab sein ganzes Blut den Sternen.

Sängerkröte, du singst dein traurig Lied
vom trostlosen Leben,
das nur dank einer Illusion lebbar ist.
Du singst vom trostlosen Leben,
das nur dank einer Illusion lebbar ist.

***

Sapo cancionero

Sapo de la noche, sapo cancionero
que vives soñando junto a tu laguna.
Tenor de los charcos, grotesco trovero,
que estas embrujado de amor por la luna,
Tenor de los charcos, grotesco trovero,
que estas embrujado de amor por la luna.

Yo se de tu vida, sin gloria ninguna,
se de la tragedia de tu alma inquieta.
y esa tu locura de adorar la luna,
que es locura eterna de todo poeta.
y esa tu locura de adorar la luna,
que es locura eterna de todo poeta.

Sapo cancionero, canta tu canción,
que la vida es triste
si no la vivimos con una ilusión.
que la vida es triste
si no la vivimos con una ilusión.

Tu te sabes feo, feo y contrahecho
por eso de día tu fealdad ocultas,
y de noche cantas tu melancolía
y suena tu canto como letanía.
y de noche cantas tu melancolía
y suena tu canto como letanía

Replican tus voces, en franca porfía,
tus coplas son vanas como son tan bellas.
¿No sabes acaso que la luna es fría,
porque dio su sangre para las estrellas?
¿No sabes acaso que la luna es fría,
porque dio su sangre para las estrellas?

Sapo cancionero, canta tu canción,
que la vida es triste
si no la vivimos con una ilusión.
que la vida es triste
si no la vivimos con una ilusión.

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Ein wunderbares argentinisches Volkslied voller Schmerz und Traurigkeit – und voller Leidenschaft, wie es so typisch ist für argentinische Volkslieder. Manchen ist die Melancholie und Leidenschaft etwas zu dick aufgetragen …

Text: Jorge Chagra, Musik: Nicolás Toledo.

Eine recht unverfälschte Vertonungen seht ihr hier:

Das Bild ganz oben stammt von Marrakech99 (via Flickr) und steht unter einer cc-Lizenz.

Sommer-Notiz

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Osterfrage

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Das neue Jahr

Das neue Jahr steht da wie eine frisch geputzte Tafel,
bereit für neue Kritzeleien – und ernsthafte Skizzen,
bereit für neue Träume und tollkühne Entwürfe.

Das neue Jahr will Ende Jahr vor Farbe nur so triefen.

Foto (CC-Lizenz) via Flickr: wortmeer

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Gedanken im Schneegestöber

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Beim Zählen meiner Gedanken

Gestern meine Gedanken gezählt. Frühmorgens beim Aufwachen begann ich mit der Nummer 1. Der letzte Gedanke abends beim Einschlafen war die Nummer 19’793 – immerhin. Zugegeben, Gedankenfetzen und -splitter, innere Bilder und Tagträume habe ich mitgezählt. Das war ganz schön anstrengend, aber ich habe durchgehalten. Einer der letzten Gedanken vor dem Einschlafen war übrigens die Frage: Wer ist das eigentlich, der da die Gedanken betrachtet und sie zählt?

Bild (cc-Lizenz): albdruck

Herbst-Notiz

Glanzloser Tag

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Aufruf zur Rückeroberung der Sprache

Sommer-Notiz 2

Meine Seele flattert auf die Bäume, schwimmt durch die Gärten, tropft in Blütenkelche und kommt erst wieder zur Ruhe, wenn der Herbstklang sie zurück in den Körper zwingt.

Foto: florianplag (CC-Lizenz)

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