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	<title>Walter Bs Textereien</title>
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	<description>Poetisches und Sachliches, Persönliches und Globales, Philosophisches und Banales. Sprachliches und Bildliches, Sammelsurium und Besonderes, alles und nichts</description>
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		<title>Der schwarze Ritter der Medienvielfalt</title>
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		<pubDate>Mon, 09 Jan 2012 07:00:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Walter B</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Auf dem Platz Basel ist ein Ringen um Medienvielfalt im Gange, das exemplarischen Charakter hat – und groteske Blüten treibt. Im Ring stehen die Stiftung für Medienvielfalt, Ermöglicherin und, via die Neue Medien Basel AG, Besitzerin der TagesWoche, sowie die MedienVielfalt Holding, die neue Besitzerin der Basler Zeitung. Doch wer glaubt, dass damit die Medienvielfalt [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=walbei.wordpress.com&amp;blog=11666504&amp;post=2963&amp;subd=walbei&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Auf dem Platz Basel ist ein Ringen um Medienvielfalt im Gange, das exemplarischen Charakter hat – und groteske Blüten treibt. Im Ring stehen die <em>Stiftung für Medienvielfalt</em>, Ermöglicherin und, via die <em>Neue Medien Basel AG</em>, Besitzerin der <em>TagesWoche</em>, sowie die <em>MedienVielfalt Holding</em>, die neue Besitzerin der <em>Basler Zeitung</em>. Doch wer glaubt, dass damit die Medienvielfalt gesichert ist, täuscht sich.</strong></p>
<p>Medienvielfalt ist ein demokratisches Projekt. Ohne sie verarmt die Demokratie, weil die gesellschaftlichen Fragen nicht mehr in einem grösseren Rahmen und annähernd voraussetzungslos diskutiert werden können und weil die Bürger durch einseitige Information lenkbarer werden. Eine Verarmung der Medienvielfalt hat unmittelbar und zwingend eine Verarmung der Demokratie zur Folge.</p>
<p>Und diese Verarmung ist seit längerem im Gange. In Basel zeigt sich das so:</p>
<ul>
<li><span style="text-decoration:underline;">1977</span> findet hier die erste grosse Zeitungsfusion der Schweiz statt. Die <em>National-Zeitung</em> – die Anfang der Sechzigerjahre von einer rein bürgerlichen zu einer gesellschaftskritischen, linksliberalen Zeitung wurde – und die <em>Basler Nachrichten</em> – von jeher ein liberal-konservatives Blatt – verschmelzen zur einzigen Tageszeitung in Basel, der <a title="Link zur Online-Ausgabe" href="http://bazonline.ch/"><em>Basler Zeitung</em></a>. Konnte die Leserschaft in Basel bisher zwischen zwei publizistischen Gegenpolen wählen, musste sie sich fortan mit einer einzigen Zeitung begnügen – oder auf ein ausserregionales Blatt ausweichen. Die neue <em>Basler Zeitung</em> versuchte denn auch, es allen recht zu machen und wurde zu einer mittelmässigen Forumszeitung. Gleichzeitig mit der «Fusion» – die rein rechtlich eine Übernahme der <em>Basler Nachrichten</em> durch die <em>National-Zeitung</em> war – wurde das Mitbestimmungsrecht der Redaktion stark beschnitten und gleichzeitig die publizistische Macht des Verlags und des Verwaltungsrats gestärkt.</li>
<li><span style="text-decoration:underline;">Februar 2010</span>: Die Aktienmehrheit der <em>Basler Zeitung Medien</em> geht von der Verlegerfamilie Hagemann an Tito Tettamanti und Martin Wagner. Die Holdinggesellschaft der Mediengruppe verlegt ihren Sitz nach dem steuergünstigen Zug und heisst von nun an <em>Watt Capital Holding AG</em>. Soweit so banal &#8230;</li>
<li>Weniger banal ist die Einsetzung von Markus Somm, ehemaliger Chefredaktor der <a title="Link zur Online-Ausgabe" href="http://www.weltwoche.ch/"><em>Weltwoche</em></a> und Intimus von Christoph Blocher, als Chefredaktor. Fortan steuert die <em>Basler Zeitung</em> einen zunehmend rechtsbürgerlichen bis liberal-reaktionären Kurs. In der Redaktion kommt es zu einer entsprechenden Flurbereinigung, teils auf freiwilliger Basis, teils forciert, und erste Proteste unter der angestammten Leserschaft werden laut.</li>
<li><span style="text-decoration:underline;">Ende November 2010</span>: Nach Tausenden von Abokündigungen, gegen zwanzigtausend Unterschriften unter einen Aufruf von <a title="Link zur Webseite" href="http://www.rettet-basel.ch/"><em>Rettet Basel</em></a> «gegen die SVPisierung der Schweizer Presselandschaft» und Protestaktionen werfen Tito Tettamanti und Martin Wagner das Handtuch und verkaufen – angeblich – die <em>Basler Zeitung Medien</em> an den in Basel hoch angesehenen Unternehmer Moritz Suter. Doch die wahren Geldgeber bleiben vorläufig im Dunkeln, der Rechtsdrall der Zeitung bleibt erhalten, ja, verschärft sich noch.</li>
<li><span style="text-decoration:underline;">Mitte April 2011</span>: Als Reaktion auf die Vorgänge um die <em>Basler Zeitung</em> wird die <em>Stiftung für Medienvielfalt</em> «für ein vielfältiges Medienangebot zugunsten einer offenen und toleranten Gesellschaft» gegründet. Als ihre Hauptaufgabe ermöglicht sie die Herausgabe der <a title="Link zur Online-Ausgabe" href="http://www.tageswoche.ch/"><em>Tageswoche</em></a>, die ab Ende Oktober 2011 erscheint. Zwar versteht sich die <em>Tageswoche</em> nicht als «Anti-BaZ», wird aber weitherum als solche wahrgenommen. Eine publizistische Zweitmeinung im Raum Basel ist sie allemal. Hauptgeldgeberin der <em>Stiftung für Medienvielfalt</em> ist übrigens Beatrice Oeri, Spross einer bekannten Basler Mäzenatenfamilie. Sie führt mit ihrem privaten finanziellen Engagement zugunsten öffentlicher Interessen eine bewährte Basler Tradition fort. Und ohne die komfortable Ausstattung der Stiftung mit ihrem Geld gäbe es wohl bis auf weiteres im Raum Basel keine Alternative zur <em>Basler Zeitung</em>.</li>
<li><span style="text-decoration:underline;">Mitte Dezember 2011</span>: Moritz Suter tritt überraschend von all seinen Ämtern bei der <em>Basler Zeitung</em> zurück. Nun wird publik, dass ein Grossteil der Aktien der <em>Basler Zeitung Medien</em> seit dem Abgang von Tito Tettamanti in den Händen von Rahel Blocher, einer Tochter des SVP-Strategen Christoph Blocher lag. Dieser hatte eine Beteiligung stets abgestritten, was ja auch der rein juristischen Wahrheit entsprach &#8230;</li>
<li><span style="text-decoration:underline;">Zwei Tage später</span>: Tito Tettamanti übernimmt erneut das Szepter bei den <em>Basler Zeitung Medien</em>. Als Mehrheitsaktionär der ad hoc gegründeten <em>MedienVielfalt Holding</em> (mit Sitz im steuergünstigen Zug), welche die BaZ mit allem Drum und Dran erneut übernimmt, tritt er dezidiert als Retter der Medienvielfalt auf.</li>
</ul>
<p><strong>Die <em>MedienVielfalt Holding</em> will publizistische Macht</strong><br />
Trotz des inflationären Besitzerwechsels in den letzten zwei Jahren sind zwei Dinge konstant geblieben: der rechtsliberale Kurs der <em>Basler Zeitung</em>, hauptsächlich getragen von ihrem Chefredaktor Markus Somm, und die wirtschaftlichen Probleme des Konzerns, der sich in früheren Zeiten der Expansionsgelüste eine überdimensionierte Druckerei angeschafft hatte, die dem Konzern jetzt wie ein (defizitärer) Klotz am Bein hängt. Und genau dies ist ein zentrales Problem: Wer die <em>Basler Zeitung</em> «retten» will, muss ein erhebliches finanzielles Potenzial mitbringen. Und wer dieses Potenzial hat, macht gewöhnlich aus seinem finanziellen Engagement ein ideologisches Projekt.</p>
<p>Es ist deshalb auch nicht verwunderlich, dass sich die <em>MedienVielfalt Holding</em> zwar die Medienvielfalt auf die Fahne geschrieben hat, aber tatsächlich nach publizistischer Macht strebt. Schaut man sich den Verwaltungsrat und einzelne Aktionäre an, so wird deutlich, was für ein Machtimpuls hier am Werk ist: Nur ein paar Müsterchen:</p>
<ul>
<li>Verwaltungsrat <strong>Robert Nef</strong>: Leiter des privaten <em>Liberalen Instituts</em>, das sich für die Freiheit der Besitzenden einsetzt, früher eindringlich vor dem Kommunismus warnte und heute den Sozialstaat grundsätzlich in Frage stellt.</li>
<li>Verwaltungsrat <strong>Georges Bindschedler</strong>: gewichtiger Aktionär und Förderer des <a title="Link zur Webseite" href="http://www.schweizermonat.ch/"><em>Schweizer Monats</em></a>, einer Zeitschrift, in der «mit elitären und auch antidemokratischen Tönen die Leistungsgesellschaft beschworen» wird (Zitat <em>WoZ</em>, siehe <em>Quellen</em>).</li>
<li>Aktionär <strong>Daniel Model</strong>: Umtriebiger Unternehmer und Utopist, der von einem reaktionären Freistaat im Thurgau träumt und in seinem Unternehmen über knapp 3&#8217;000 MitarbeiterInnen gebietet.</li>
</ul>
<p>Die Liste einschlägig bekannter Leute – es sind hauptsächlich Männer – im Verwaltungsrat und Aktionariat der <em>MedienVielfalt Holding</em> liesse sich beliebig verlängern. (Genaueres dazu im Artikel «Die Vielfalt, die sie meinen» der <em>Wochenzeitung,</em> siehe <em>Quellen</em>.) In der Optik von Tito Tettamanti und den Seinen ist der Medienmainstream von links bestimmt, weshalb es zum Ausgleich und zur Belebung der Medienvielfalt auch Meinungsblätter von rechts brauche. Die <em>Basler Zeitung</em> sei nur ein erstes Projekt in diesem Sinne. Die Holding könne durchaus auch anderswo aktiv werden.</p>
<p><strong>Und was geht das mich an?</strong><br />
Der hetzerische Ton und die teils geradezu menschenverachtenden Kommentare der neuen <em>Basler Zeitung</em> trägt nichts, aber auch gar nichts Konstruktives zur Lösung der gesellschaftlichen Probleme bei. Vielmehr verschärft sie diese, indem sie ein Klima des Gegeneinanders, der Ausgrenzung und der Polarisierung schafft. Und dies ist bereits deutlich spürbar. Denn die <em>BaZ</em> ist nach wie vor das regionale Leitmedium – und wird es bis auf weiteres auch bleiben. Dass nun die neue Holding als Retterin der Medienvielfalt auftritt, empfinde ich als schlechten Witz und erinnert mich an den Roman «1984» von Georges Orwell, in dem eine neue Sprache geschaffen wird, der <a title="Link zu Artikel auf Wikipedia" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Neusprech"><em>Neusprech</em></a>, um den Blick auf die Wirklichkeit zu verschleiern.</p>
<p>Echte Medienvielfalt lässt sich nur auf demokratischem Weg verwirklichen. Die Medien gehören in die Hände ihrer KonsumentInnen. Deshalb ist auch die <em>Stiftung für Medienvielfalt</em> als Trägerin der <em>Tageswoche</em> eher eine Notlösung denn ein Zukunftsmodell.</p>
<p>_____________________________</p>
<p><span style="text-decoration:underline;"><em>Quellen:</em></span></p>
<ul>
<li>«<a href="http://www.woz.ch/artikel/rss/21573.html">Die Vielfalt, die sie meinen</a>», <em>Wochenzeitung</em>, Nr. 51/52 vom 22. Dezember 2011</li>
<li>«<a href="http://www.onlinereports.ch/News.109+M56f0ea606cf.0.html">Von der tatsächlichen und der fiktiven Basler Medienvielfalt</a>», Peter Knechtli auf Onlinereports</li>
<li><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Basler_Zeitung">Eintrag zur <em>Basler Zeitung</em> auf Wikipedia</a></li>
</ul>
<br />Einsortiert unter:<a href='http://walbei.wordpress.com/category/medien/basler-zeitung/'>Basler Zeitung</a>, <a href='http://walbei.wordpress.com/category/medien/'>Medien</a>  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/walbei.wordpress.com/2963/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/walbei.wordpress.com/2963/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/walbei.wordpress.com/2963/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/walbei.wordpress.com/2963/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/walbei.wordpress.com/2963/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/walbei.wordpress.com/2963/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/walbei.wordpress.com/2963/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/walbei.wordpress.com/2963/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/walbei.wordpress.com/2963/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/walbei.wordpress.com/2963/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/walbei.wordpress.com/2963/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/walbei.wordpress.com/2963/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/walbei.wordpress.com/2963/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/walbei.wordpress.com/2963/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=walbei.wordpress.com&amp;blog=11666504&amp;post=2963&amp;subd=walbei&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Das neue Jahr</title>
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		<pubDate>Sun, 01 Jan 2012 08:00:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Walter B</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Farbe]]></category>
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		<description><![CDATA[Das neue Jahr steht da wie eine frisch geputzte Tafel, bereit für neue Kritzeleien – und ernsthafte Skizzen, bereit für neue Träume und tollkühne Entwürfe. Das neue Jahr will Ende Jahr vor Farbe nur so triefen. Foto (CC-Lizenz) via Flickr: wortmeer Einsortiert unter:Sprachsplitter<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=walbei.wordpress.com&amp;blog=11666504&amp;post=2953&amp;subd=walbei&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p>
<h3><span style="color:#888888;"><em>Das neue Jahr steht da wie eine frisch geputzte Tafel,</em></span><br />
<span style="color:#888888;"><em>bereit für neue Kritzeleien – und ernsthafte Skizzen,</em></span><br />
<span style="color:#888888;"><em>bereit für neue Träume und tollkühne Entwürfe.</em></span></p>
<p><span style="color:#888888;"><em>Das neue Jahr will Ende Jahr vor Farbe nur so triefen.</em></span></h3>
<p><a href="http://walbei.files.wordpress.com/2011/12/4138260420_5574816eb9_o.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-2954" style="margin:20px 0;" title="4138260420_5574816eb9_o" src="http://walbei.files.wordpress.com/2011/12/4138260420_5574816eb9_o.jpg?w=780" alt=""   /></a></p>
<p><em>Foto (CC-Lizenz) via Flickr: <a href="http://www.flickr.com/people/wortmeer/">wortmeer</a></em></p>
<br />Einsortiert unter:<a href='http://walbei.wordpress.com/category/literarisches/sprachsplitter/'>Sprachsplitter</a>  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/walbei.wordpress.com/2953/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/walbei.wordpress.com/2953/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/walbei.wordpress.com/2953/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/walbei.wordpress.com/2953/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/walbei.wordpress.com/2953/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/walbei.wordpress.com/2953/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/walbei.wordpress.com/2953/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/walbei.wordpress.com/2953/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/walbei.wordpress.com/2953/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/walbei.wordpress.com/2953/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/walbei.wordpress.com/2953/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/walbei.wordpress.com/2953/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/walbei.wordpress.com/2953/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/walbei.wordpress.com/2953/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=walbei.wordpress.com&amp;blog=11666504&amp;post=2953&amp;subd=walbei&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Zwischen Puerta del Sol und dem Tahrir-Platz</title>
		<link>http://walbei.wordpress.com/2011/12/28/zwischen-puerta-del-sol-und-dem-tahrir-platz/</link>
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		<pubDate>Wed, 28 Dec 2011 08:00:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Walter B</dc:creator>
				<category><![CDATA[aktuelle Protestbewegungen]]></category>
		<category><![CDATA[15-M]]></category>
		<category><![CDATA[Alain Badiou]]></category>
		<category><![CDATA[Amador Fernández-Savater]]></category>
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		<description><![CDATA[Der spanische Journalist Amador Fernández-Savater verbrachte, begleitet von seinem Freund David PM, im Dezember auf Einladung des Goethe-Instituts eine Woche in Kairo, um anlässlich einer Tagung über «Politik und Kultur in Zeiten des Wandels» seine Sicht auf die spanische Protestbewegung darzustellen. Die Erfahrungen in Kairo und seine Überlegungen zum Dialog zwischen der ägyptischen und der spanischen Protestbewegung sind Gegenstand der folgenden Aufzeichnungen.<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=walbei.wordpress.com&amp;blog=11666504&amp;post=2931&amp;subd=walbei&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Der spanische Journalist Amador Fernández-Savater verbrachte, begleitet von seinem Freund David PM, im Dezember auf Einladung des Goethe-Instituts eine Woche in Kairo, um anlässlich einer Tagung über «Politik und Kultur in Zeiten des Wandels» seine Sicht auf die spanische Protestbewegung darzustellen. Die Erfahrungen in Kairo und seine Überlegungen zum Dialog zwischen der ägyptischen und der spanischen Protestbewegung sind Gegenstand der folgenden Aufzeichnungen.</strong></p>
<p style="text-align:center;"><a href="http://walbei.files.wordpress.com/2011/12/anonymous.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-2935" style="margin-top:20px;margin-bottom:20px;" title="anonymous" src="http://walbei.files.wordpress.com/2011/12/anonymous.jpg?w=780" alt=""   /></a></p>
<p>Sie durchsuchen uns und verlangen Ausweispapiere, bevor wir den Tahrir-Platz betreten können, der seit den ersten Tagen der Wahlen erneut besetzt ist. Ein junger, in eine Schutzweste gezwängter Revolutionär erklärt uns die Massnahme. Es gehe darum, wenn immer möglich zu verhindern, dass Schläger auf den Platz gelangten, die dafür bezahlt würden, Chaos zu verbreiten, die Proteste zu diskreditieren und so Mubarak (früher) und das Militär (heute) zu rechtfertigen. «Wo kommt ihr her?» fragt er uns. Wir antworten wie immer: «Midan [Platz] Sol». Die Puerta del Sol wird schon wie eine andere Stadt, ein anderes Land gehandelt: der beste Ausweis, den wir auf dem Tahrir-Platz vorweisen können. Er schlägt sich mit der Faust auf die Brust und streckt uns lächelnd die Hand entgegen: «Erzählt die Wahrheit über die Vorgänge in Ägypten, wenn ihr zurückkehrt!»<span id="more-2931"></span></p>
<p>Die Wahrheit über die Vorgänge in Ägypten? Die Wache auf dem Platz spielt bestimmt darauf an, dass sich die Situation nach dem Fall von Mubarak nicht wirklich verbessert hat. Manche sagen uns sogar, das Gegenteil sei der Fall. Das Militär führt dasselbe Regime wie Mubarak, aber ohne Mubarak – mit politischem Despotismus, wirtschaftlicher Ausplünderung, verbreiteter Korruption, zudem mit Angst und Lüge als Regierungsstrategie. Die Repression ist sogar heftiger als zuvor: Die Kundgebungen werden gewaltsam angegriffen, teils mit Schusswaffen. Das Notstandsgesetz von 1981, das willkürliche Festnahmen ohne Anklage und nachfolgendem Prozess erlaubt, ist noch immer in Kraft. Es gibt zwölftausend verhaftete Demonstranten, und alle Zivilpersonen müssen damit rechnen, vor militärische Gerichte gestellt zu werden. Es wird von vielen Fällen von Folter und Misshandlungen berichtet, zum Beispiel von «Jungfernschaftstests» bei den festgenommenen Frauen. Die Medienmanipulation im öffentlichen Fernsehen ist allgegenwärtig.</p>
<p>Ein allzu schwerer Auftrag, den uns die Wache vom Tahrir-Platz erteilt hat. David und ich verbringen nur ein paar Tage in Kairo. Nur noch wenige sind übrig. Wir spüren, dass wir erst langsam genauer zu verstehen beginnen. Und gewiss gibt es sehr viel vertrauenswürdigere Quellen, um sich zu informieren, was in Ägypten vor sich geht. Vielleicht sind die Aufzeichnungen über den zerbrechlichen und vielschichtigen Dialog zwischen Midan Sol und Midan Tahrir, zwischen der Bewegung 15-M [die spanische Protestbewegung, die am 15. Mai 2011 ihren Anfang nahm] und dem <em>arabischen Frühling</em> das Wertvollste, was wir zurückbringen können – ein Dialog, den wir immer wieder in Gang zu bringen versucht haben. Sind Midan Sol und Midan Tahrir zwei verschiedene Welten, eine einzige – oder beides aufs Mal? In welchem Sinne können wir sagen, dass wir einen gemeinsamen Kampf führen?</p>
<p>Um zu reisen, braucht es Gesellschaft. Nur in Begleitung können wir die typische Distanz des Touristen überwinden, der entweder allzu verloren und verstört durch das Land reist – oder allzu komfortabel in der Luftblase der ausgetretenen Touristenpfade. Wir brauchen Gesellschaft, um uns zu verlieren, ohne verloren zu gehen, um jenseits der Klischees und Stereotypen zu gelangen – in Kairo und im Leben. Wir hatten das Glück, auf die Gesellschaft von Olga (Rodríguez) und Rosa (Pertéz) zählen zu können. Olga hat uns mit ihren Berichten und Analysen zur ägyptischen Wirklichkeit in <a title="Link zur Online-Ausgabe (in Spanisch)" href="http://www.publico.es/">«Público»</a> und <a title="Link zur Online-Ausgabe (in Spanisch)" href="http://periodismohumano.com/">«periodismohumano»</a> bereits früher begleitet. Rosa übersetzte meinen Vortrag im Goethe-Institut, reiste vor einem Jahr nach Ägypten, um Arabisch zu lernen, und erlebte, wie ihr Leben durch die Revolution berührt und bereichert wurde. Olga und Rosa haben uns manches erklärt und viele Bezüge hergestellt. Sie haben uns geholfen, auf gewisse Dinge zu achten und die Codes zu übersetzen. Sie haben uns mit anderen Visionen, Personen und Erzählungen in Kontakt gebracht. Und wir hatten es phänomenal miteinander. Den beiden, aber auch Tarek (Shalaby), Hassan (Soliman), Marc (Almodóvar) , Ahmed (Ebeid) und Nico (Salazar) tausendmal Sucram [Dank]!</p>
<p><strong>Puerta del Sol und Tahrir-Platz: Räume für uns alle</strong><br />
Wir fragen Olga und Marc, welche Parallelen sie zwischen Puerta del Sol und dem Tahrir-Platz sehen. Und es kommen einige Zusammenhänge zum Vorschein: Der ägyptische Aufstand hat keine Führer. Wortführer gibt es immer. Doch wenn einem unter ihnen die Berühmtheit in den Kopf steigt und er versucht, zum Führer aufzusteigen, wird er sogleich daran erinnert, dass er nur einer unter vielen ist. Wie die beiden uns erzählen, geschah dies zum Beispiel mit Wael Ghonim, dem Google-Angestellten, der in Facebook zur Kundgebung vom 25. Januar aufgerufen hatte und in den ersten Tagen des Aufstandes festgenommen wurde. Als Ghonim aus dem Gefängnis kam, soll er die zweite Ansprache von Mubarak, in der dieser seinen Rücktritt in sechs Monaten ankündigte, gutgeheissen und die Leute dazu aufgefordert haben, nach Hause zu gehen. Doch niemand beachtete diese Aufforderung, obschon man sehr dankbar war, was er zur Sache beigetragen hatte. Marc erzählt uns, dass es zwischen Januar und Februar keine Flaggen auf dem Platz gab, sondern eine Vielzahl an individuellen Transparenten mit originellen Botschaften, Wortspielen oder viel Spott über das Regime. Die Sprache der Parolen auf dem Tahrir-Platz war nicht deutlich politisch kodifiziert. Sie war und ist direkt und einfach: «Brot», «Freiheit», «Würde», «soziale Gerechtigkeit» (Rosa erklärt uns, dass «Brot» und «Leben» in Arabisch gleich ausgesprochen wird). «Genug Unterdrückung, Hunger, Demütigung und Elend!» «Fort mit Mubarak!» Jeder kann sich in diesen Parolen wiedererkennen. Sie bringen es auf den Punkt, sind universell und einschliessend, nicht anders wie etwa «Echte Demokratie jetzt!» oder «Wir sind Menschen und keine Ware in den Händen von Politikern und Banquiers.» Weniger ist mehr, sowohl auf dem Tahrir-Platz wie auf der Puerta del Sol. Die Worte, die zu Beginn leer, flach und abstrakt erscheinen, haben trotz allem die Kraft, die Situation zu öffenen und viele unterschiedliche Anliegen zu vereinen.</p>
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<h5 style="text-align:right;">Die Wucht des Tahrir während des Aufstandes im Januar und Februar</h5>
<h5 style="text-align:right;">bestand in der Vielfalt, die auf dem Platz lebte.</h5>
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<p>Die Wucht des Tahrir während des Aufstandes im Januar und Februar bestand in der Vielfalt, die auf dem Platz lebte: Mittelklasse und einfaches Volk, Männer und Frauen, Erwachsene und Jugendliche, Moslems und koptische Christen. «Es waren nicht nur Linke», sagt uns Tarek. «Es gab ein bisschen von allem.» Olga erzählt uns, dass die ersten Communiqués, die vom Platz aus abgegeben wurden, einfach mit «Die Leute vom Tahrir» unterschrieben waren: ein Namen für die, die keinen Namen haben, ein Raum, zu dem sich jedermann dazuzählen kann. Immer wieder kommen uns die Schlüsselwörter der spanischen Bewegung 15-M in den Sinn: Einschliesslichkeit, Respekt, «wir sind alle» &#8230;</p>
<p><a href="http://walbei.files.wordpress.com/2011/12/unidad1-300x225.jpg"><img class=" wp-image-2938 alignleft" style="margin:5px 10px 5px 0;" title="unidad1-300x225" src="http://walbei.files.wordpress.com/2011/12/unidad1-300x225.jpg?w=240&#038;h=180" alt="" width="240" height="180" /></a></p>
<p>Noch gibt es auf dem Platz Spuren dieser Gemeinschaft zwischen Unterschiedlichen: An den Wänden fällt uns ein Grafitto auf: ein Kreuz im Innern eines Halbmondes. Später, in einem Film, der im Goethe-Institut gezeigt wird, sehen wir in eindrücklichen Bildern, wie koptische Christen auf dem Platz die betenden Moslems vor der Polizei beschützen und gemeinsam hinter einem Spruchband mit der Aufschrift «Wir alle sind eins» marschieren. Eigentlich unmögliche Bündnisse! Doch wenn wir unseren Platz verlassen und uns auf den Anderen zu bewegen, auf jenen anderen, der bisher in einer völlig gesonderten Lebenswelt gelebt hat, geraten diese getrennten Lebenswelten in Bewegung, werden durchlässig, und das Unmögliche wird möglich.</p>
<p>Auf den Bildern des Platzes sieht man auch sehr viele Frauen. So sagt die Aktivistin <a title="Link zum Interview in spanischer Sprache" href="http://minotauro.periodismohumano.com/2011/06/13/si-el-cambio-real-es-global-todo-sera-mas-facil-para-egipto/">Gigi Ibrahim in einem Interview mit Olga</a>: «Während der achtzehn Tage des Protestes auf dem Tahrir-Platz waren wir Frauen unangefochtene Teilnehmerinnen, Hand in Hand mit den Männern. Wir wurden mit Respekt behandelt. Man hörte uns zu und folgte uns.» Auch sehr viele Jugendliche waren anwesend. Marc erklärte uns das so: Erwachsen wird man in Ägypten, wenn man heiratet. Doch ist Heiraten in letzter Zeit – etwa wegen der Wohnung oder der Einkünfte – sehr viel komplizierter geworden. Das Unbehagen einer Jugend, die zwar alphabetisiert, aber ohne Perspektive ist, brach im Aufstand mit grosser Wucht hervor. Was ist eigentlich los? Auch in Ägypten haben sie kein Daheim.</p>
<p>Später sind die Flaggen auf den Tahrir-Platz zurückgekehrt – vor allem die ägyptische Flagge –, ebenso die ethnischen Spannungen und die Spannung zwischen den Geschlechtern. Man sagt uns, dies sei jeweils abhängig davon, wie viele Leute auf dem Platz zusammenkämen: Wenn es viele Leute sind, ist der Geist der Einheit und des Respektes gross. Wenn es nur wenige sind, treten die latenten gesellschaftlichen Spaltungen zutage, welche die Mächtigen nach Belieben instrumentalisieren können.</p>
<p><strong>Zeit des Humus</strong><br />
Wir erlebten es ein-, zwei-, dreimal: Hier kommt niemand pünktlich zu einer Verabredung. Es kann durchaus vorkommen, dass man stundenlang wartet. Wie ist das möglich? Tarek erklärt es uns lachend: «Wenn du dich mit einem Ägypter verabredest, wählst du am besten einen Ort aus, wo du jederzeit einen Plan B oder C in der Hinterhand hast.»</p>
<p>David war in Marokko und ist nicht sehr überrascht. Für mich aber war die Erfahrung ein Schock. Mich dünkte, alles geht furchtbar langsam und kommt immer zu spät. Doch das ist meine Sicht, die Sicht von jemandem, der die Hetze gewohnt ist, wie sie in den westlichen Ländern vorherrscht. Die Zeit wird voll genutzt: dieses dauernde Rennen, um doch nur am selben Ort anzukommen, dieses dauernde Gefühl, keine Zeit zu haben und tausend Dinge zu versäumen! Und nun das ausserordentliche, allerdings von fixierten Terminen umzingelte Vergnügen, «Zeit zu verlieren»! Der politischen Aktivismus schien mir immer entlang dieser Logik der Effizienz zu funktionieren, die letztlich die kapitalistische Logik der Produktivität ist. Für das Unproduktive, die schlaffen Momente, das ziel- und objektlose Nachdenken und Zusammensein hat es kaum Zeit.</p>
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<h5 style="text-align:right;">Jeder trägt von seinem Platz aus dazu bei,</h5>
<h5 style="text-align:right;">jedoch ohne sich ins Zentrum zu stellen und die Vorgänge übers Knie zu brechen.</h5>
<h5 style="text-align:right;">Es hat keine Eile.</h5>
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<p>Die ägyptische Revolution scheint anders zu ticken. Es gibt hier eine Zeit des Verborgenen, des Humus. Im Stillen, fast nicht Wahrnehmbaren bereitet sich etwas vor. Jeder trägt von seinem Platz aus dazu bei, jedoch ohne sich ins Zentrum zu stellen und die Vorgänge übers Knie zu brechen. Es hat keine Eile. Es geht vor allem darum, aufmerksam und einsatzbereit zu sein, wachsam, um sich einzumischen in das, was kommen mag – zur Not auch unmittelbar &#8230; Plötzlich ist der Humus reif, und man muss nun handeln. – Wirkzeit gegenüber einer Zeit der Dringlichkeit.</p>
<p>Nach dem, was uns die Leute sagen, scheint die ägyptische Revolution keine allzu klaren langfristigen Strategien zu verfolgen. Aber man vertraut darauf, dass die Ausgangslage offen geworden und ein Prozess in Gang gekommen ist. Zuweilen nimmt man diesen Prozess nicht wahr. Doch das heisst nicht, dass er nicht im Gange ist, sondern vielmehr dass es sich um einen unterirdischen und diskontinuierlichen Prozess handelt. Man vertraut darauf, dass die Revolution Kräfte freigesetzt und das Leben der Menschen ein für alle Mal geprägt hat – und dass es keinen Weg zurück gibt. Man vertraut nicht so sehr in die Zukunft, jedoch in eine Gegenwart, die voller Möglichkeiten für die Zukunft ist. Vielleicht nicht heute oder morgen, aber bestimmt irgendwann werden wir auf den Tahrir-Platz zurückkehren.</p>
<p>Wenn wir das Rendevous mit der Revolution herbeizwingen, wird sie uns in Angst versetzen. Sie hat ihre Zeit und lässt sich nicht drängen. Der Kunstgriff, um uns mit ihr zu treffen, besteht darin, den Weg mit einem Plan B odere C weiter zu gehen. Nur so kreuzen sich unsere Wege.</p>
<p><strong>Technologie als Organisation</strong></p>
<p><a href="http://walbei.files.wordpress.com/2011/12/facebook-tahrir-square-300x214.jpg"><img class="alignleft  wp-image-2942" style="margin:5px 10px 5px 0;" title="Facebook-Tahrir-Square-300x214" src="http://walbei.files.wordpress.com/2011/12/facebook-tahrir-square-300x214.jpg?w=240&#038;h=171" alt="" width="240" height="171" /></a></p>
<p>Niemand spricht den sozialen Netzwerken ihre Wichtigkeit beim Aufstand des Tahrir-Platzes ab. Sogar jene, die glauben, dass die sozialen Netzwerke überbewertet werden und die entscheidende Rolle der Kämpfe in den Fabriken beim Sturz von Mubarak übersehen wird, billigen den sozialen Netzwerken ihren Wert zu. Twitter, Facebook und Youtube werden politisch intensiv genutzt – intensiver als in Spanien. Ich könnte keine zehn führende spanische Blogger nennen. Doch die ägyptischen Freunde zählen uns einen nach dem anderen auf. Die Technologie mag überall dieselbe sein. Unterschiedlich ist nicht so sehr der leichtere Zugang in Spanien, sondern die Notwendigkeit in Ägypten, etwas damit anzufangen. Diese weitherum empfundene Notwendigkeit hat in Ägypten eine veritable Kultur des Widerstands im Internet hervorgebracht. Die sozialen Netzwerke sind eine der besten Möglichkeiten, der Manipulation durch das Fernsehen auszuweichen, aufzuzeigen, was man verborgen halten möchte, andere Stimmen und Erzählungen hörbar zu machen und sich auf der Strasse zu organisieren. Man spricht von Facebook-Seiten, als wären es politische Organisationen. Und wenn wir Tarek fragen, welche Gruppen am erfolgreichsten zu Protesten aufrufen, antwortet er in allem Ernst: Youtube. Die ägyptischen Aktivisten zeichnen alles auf. Keine Szene polizeilicher Gewalt darf unbestraft bleiben oder unbemerkt stattfinden. Jeder Missbrauch, jede Ungerechtigkeit muss registriert und bekanntgemacht werden. Die Flut der Desinformation mit ihrer offiziellen Schilderung der Realtät ist wuchtiger als in Spanien. Unser Problem in Spanien ist also nicht so sehr, dass verheimlicht wird, was geschieht, und dass wir die Wirklichkeit nicht kennen, sondern: Was können wir mit dem anfangen, was wir bereits wissen?</p>
<p><strong>Gewaltlosigkeit, Widerstand und Legitimität</strong><br />
Im Gespräch zwischen Midan Sol und Midan Tahrir gibt es möglicherweise in Bezug auf die Gewaltlosigkeit ein Missverständnis – oder ein voreiliges Einverständnis: Es wurde uns vom ägyptischen Widerstand ein allzu süsses Bild vermittelt. Es gibt keine Waffen in der Revolution, auch keine spezialisierten, gewaltbereiten Gruppen, die gesondert agieren. Doch um den Platz verteidigen zu können, mussten und müssen oft Steine und Feuer eingesetzt werden. Das Neue des 25. Januar gegenüber den früheren Protesten ist, dass sich die Leute nicht auflösen und vom Platz vertreiben liessen und den brutalen Angriffen einer skrupellosen Polizei mit Festigkeit widerstanden. Erinnern wir uns, dass beim Aufstand im Januar und Februar achthundert Menschen starben. Achthundert Menschen! Eine puristische Auffassung von Gewaltlosigkeit läuft Gefahr, sich vom Widerstand der Ägypter auf dem Tahrir-Platz zu distanzieren, während dort in der Regel niemand daran zweifelt, dass es sich um eine friedliche Revolution handelt. Jemand sagte uns diesbezüglich: «Anders kann nicht erklärt werden, warum die Kameltreiber und Schläger, die Mubarak auf die Demonstranten auf dem <a href="http://walbei.files.wordpress.com/2011/12/ajedrez-300x200.jpg"><img class="alignright size-full wp-image-2944" style="margin:5px 0 5px 10px;" title="ajedrez-300x200" src="http://walbei.files.wordpress.com/2011/12/ajedrez-300x200.jpg?w=780" alt=""   /></a>Tahrir-Platz loshetzte, nur gefangen genommen und anschliessend der Polizei übergeben oder in die Metro gesetzt wurden, um so Lynchmorde zu verhindern.» Es ist schlicht so, dass die Grenze zwischen Gewalt und Gewaltlosigkeit hier und dort anders verläuft. Marc erzählt uns, dass er jemanden, der einen Molotowcocktail gegen die Polizei schleuderte, habe schreien hören: «Friede jetzt!» Wichtig ist, dass es sich um defensive Gewalt handelt, welche die eroberten und der Macht entrissenen Orte schützt. Das unterscheidet sie deutlich von der Strategie bewaffneter Gruppen und Avantgarden, die während des zwanzigsten Jahrhunderts versuchten, die Macht gewaltsam zu erobern. Das interessanteste Gespräch zwischen Midan Sol und Midan Tahrir dreht sich nicht um den mehr oder weniger friedlichen Charakter der Aktionen, sondern um deren Legitimität in den Augen aller, um den Raum, den sie bilden, und ob sich alle darin wiedererkennen und einbezogen fühlen, also ob es tatsächlich Aktionen aus einem Konsens heraus sind, die einen «gemeinsamen Sinn» ergeben.</p>
<p>Achthundert Tote beim Aufstand. Aus europäischer Sicht ist das schwer zu verstehen: Wie konnten und können die Leute in Massen auf den Platz strömen, wenn sie doch wussten, worauf sie sich einliessen? Tarek erzählt uns, dass man im Januar rief: «Heute werde ich sterben», dass dies aber nicht bedeutete, dass die Leute sich in der Konfrontation opfern wollten, sondern dass alle verstanden, dass es sie treffen konnte. Auf diese Art wurde dem Regime zu verstehen gegeben, dass es sich nicht mehr halten konnte, indem es mit der Angst rechnete, die aus uns Konservative, Bewahrer des Bestehenden macht. Denn dies wurde den Menschen kollektiv ausgetrieben bis zu jenem Punkt, wo die Menschen ihr Leben nicht mehr um jeden Preis und in jeder Form bewahren wollten. «Jetzt leben wir endlich», ruft ein Demonstrant in einem anderen Video, das wir im Goethe-Institut sahen. Wir sind so lebendig, dass wir das Leben riskieren.</p>
<p>Eines Abends assen wir mit Aktivisten des Tahrir-Platzes. Ihre Geschichten beeindruckten uns. Einer hat das Bein von Schrotkugeln durchlöchert. Ein anderer wurde im März in Syrien verhaftet und gefoltert. Manche kennen die ägyptischen Gefängnisse von innen. Alle haben Freunde verloren. Alle haben Freunde im Gefängnis. Aber wir spüren weder Groll noch Ressentiments gegen irgendwelche Seite. Und wir vernehmen auch nicht, wie von Hass geredet wird. Trotz all des Schmerzes vermitteln uns die Aktivisten vom Tahrir-Platz eine seltsame Freude, eine deutlich veränderte Lebensintensität und immer ein riesengrosses Vertrauen in die Zukunft der Revolution. So wie Mubarak fiel, werden auch die Mini-Mubaraks fallen, die alle Institutionen des Landes regieren.</p>
<p>Auf dem Tahrir-Platz sehen wir viele mit einem Pflaster über einem Auge. Die Polizei schoss mit Schrot auf Gesichtshöhe gegen die Demonstranten. Auf den Wänden sieht man immer wieder die gemalten Umrisse des Gesichts eines Soldaten, von dem es ein Video gibt, wo er sich damit brüstet, wie gut er die Augen der Demonstranten ausschiessen kann. Das Graffito ist zum Symbol geworden. Manche tragen es, «nicht wegen meines, sondern wegen des Auges, das mein Bruder (oder mein Freund, mein Nachbar, mein Kollege) verloren hat». Es geht darum, die Wunden im öffentlichen Raum zu zeigen, entgegen der offiziellen Absicht, zu vergessen und ein Bild der Normalität aufrecht zu erhalten.</p>
<p>Die Erinnerung an die «Märtyrer» der Revolution – so werden die Gefallenen genannt – ist allgegenwärtig: auf Fotos, Plakaten, Graffitis und in Form von symbolischen Särgen auf Plätzen mit viel Publikumsverkehr. Die Verwandten haben in der Organisation der Proteste ein besonderes Gewicht. Den Kampf des gefallenen Liebsten weiterzuführen, ist eine Form, dessen Andenken zu ehren und seinem Tod Sinn zu geben. Andere wiederum sind besorgt, wenn sie auf dem Platz beobachten, wie die Märtyrer in extremer Art als Vorbild dargestellt werden. Wir fragen uns, wo wohl das zerbrechliche Gleichgewicht liegt zwischen der Notwendigkeit, der Toten zu gedenken, und der Gefahr, diese als Helden zu verklären. Und wir finden keine Antwort.</p>
<p><strong>Politik und Freunde</strong><br />
Auffällig ist, wie eng die sozialen Bindungen sind. Den ägyptischen Freunden fällt es sehr schwer sich vorzustellen, dass man im Westen wie Atome nach Belieben mit anderen Bindungen eingeht und diese wieder auflöst. Laut Hassan existiert jemand nur in seinen Nachbarn, Freunden und Verwandten, nur wegen ihnen und durch sie. Er ist ein Kreuzungspunkt im Gestrüpp der Beziehungen. «In meinem Quartier und meinem Haus bin ich sicher – nicht wegen des Gesetzes oder der Polizei, sondern weil ich meinen Nachbarn vertraue», sagt er weiter. Olga erzählt uns, es sei ganz normal, dass Freunde die Eltern ihrer Freunde kennen und an ihrem Leben teilhaben, was für uns eine doch recht eigenartige Vorstellung ist. Und sie schliesst mit den Worten: «Den Tahrir-Platz kann man ohne die Freunde nicht verstehen.» Dann geht sie, begleitet von ihren Freunden.</p>
<p>Wie eng die Bindungen sind, sieht man auf der Strasse: Sie ist belebt, bevölkert, bewohnt, überwuchert und bunt – ein stetes Gewimmel von Menschen, die kommen und gehen, die verkaufen, sich unterhalten, beten, Tee trinken und den öffentlichen Raum besetzen. Die Strasse ist ein Ort des Lebens, der mit der überregulierten Stadt des Westens nichts gemein hat, wo ein Trinkgelage oder Jugendliche, die auf einem Platz oder in einem städtischen Park Trommel spielen, eine Normwidrigkeit darstellen, die sofort aufgelöst werden muss. Kairo ist im Guten wie im Schlechten ein grosses Chaos, eine einzige Normwidrigkeit. Trug diese alltägliche Erfahrung der Stadt und das damit verbundene Wissen etwas zum rebellischen Gewimmel des Tahrir-Platzes bei?</p>
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<h5 style="text-align:right;">Kairo ist im Guten wie im Schlechten ein grosses Chaos,</h5>
<h5 style="text-align:right;">eine einzige Normwidrigkeit.</h5>
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<p>Als wir eines Tages durch die Mohamed Mahmud-Strasse gingen, die im Zentrum der letzten Proteste stand, blieben wir vor dem Spektakel stehen, das sich uns bot: die Wände voller Graffiti, alle Fenster gegen die Strasse eingeworfen oder durchlöchert. Eine hohe Mauer, von der Polizei hochgezogen, versperrte die Strasse. Es wimmelte von Rebellen des Tahrir-Platzes. Angestellte von <em>Pizza Hut</em> wischten den Bürgersteig unter dem aufmerksamen Blick ihres Vorgesetzten. Und plötzlich etwa fünfzig Personen in Anzug und Kravatte, die von einer Hochzeit kamen und glücklich die Strasse überquerten und dabei sangen. Einer von ihnen sieht uns an und antwortet auf unsere Sprachlosigkeit: «Welcome to Egypt!»</p>
<p>Die enge soziale Bindung ist zwiespältig. Der andere achtet auf dich, um dich zu beschützen – oder zu überwachen. Gegenüber unserem Hotel gibt es einen kleinen Park, wo Paare hingehen. Die Mutigsten halten sich die Hände. Die soziale Bindung in der Ungleichheit funktioniert auch, um jeden an seinen Platz zu stellen. Von dieser Bindung ausgestossen zu werden, ist die härteste Strafe. Das ist das Schicksal der verstossenen Frauen, die wir in der Strasse betteln sehen. Die grösste Strafe ist die Isolation.</p>
<p>Man deutet die Bewegung 15-M als ein «Erwachen» aus dem Individualismus. In den Vereinigten Staaten, wo dieser noch ausgeprägter ist, spricht man im Zusammenhang mit Occupy Wall Street vom «Wunder des Zusammenseins». In Ägypten bestünde das Wunder vielleicht eher darin, dass man mit dem anderen zusammenkommt aufgrund eines gemeinsamen politischen Anliegens und indem man die soziale Spaltung – zwischen Männern und Frauen, zwischen Kopten und Moslems usw. – auf der Grundlage der Gleichberechtigung überbrückt.</p>
<p><strong>Die erneute Öffnung der Geschichte</strong><br />
Diktatur, Militärmacht, Religion und sexuelle Repression &#8230; Auf einmal drängt sich der Gedanke auf: «All dies ist wie in Spanien vor dreissig Jahren.» Wie wenn die Geschichte ein einziges Geleise wäre, auf dem sich die einen weiter vorne befänden als die anderen. «Wir sind dreissig Jahre voraus», «sie sind zurückgeblieben», «ach, was die noch alles vor sich haben». Doch die ägyptischen Freunde sind diesbezüglich sehr klar: «Wir wollen von der politischen, wirtschaftlichen, sexuellen und religiösen Unterdrückung loskommen. Doch dies bedeutet nicht, dass wir das westliche Modell der Demokratie, des Marktes, der Beziehungen zwischen den Geschlechtern und der (Anti-)Spiritualität wollen.» Während sich der Westen als Richter und Ideal aufspielt, wollen unsere ägyptischen Freunde eigene Wege ohne vorgegebenes Modell finden. Wenn dem nicht so wäre, hätte der <em>arabische Frühling</em> uns nur sehr wenig zu sagen. Sein Heldentum gegen die Tyrannei würde uns bewegen – mehr nicht. Wir könnten nichts von ihm lernen. Ein Dialog wäre nicht möglich.</p>
<p>Doch dies ist nicht der Fall. Der <em>arabische Frühling</em> ist nicht Ausdruck der Letzten in der Reihe, die ans «Ende der Geschichte» gelangen will. Tatsächlich sagt uns Hassan: «Wir wissen, dass in Spanien auch keine Demokratie herrscht.» Immer klarer wird, dass die Ehe zwischen Demokratie und Kapitalismus nur punktuell war und im besten Fall eine Zweckehe – im schlechtesten Fall ein Betrug. Der <em>arabische Frühling</em> bedeutet daher nicht, dass die Idee des «Endes der Geschichte» erneut gestärkt wird, sondern im Gegenteil dass die Geschichte sich erneut auftut, dass sie «aufwacht», wie <a title="Link zur Kurzbesprechung des Buches (auf Französisch)" href="http://www.editions-lignes.com/LE-REVEIL-DE-L-HISTOIRE.html">Alain Badiou geschrieben hat</a> und damit eine Metapher aufnahm, die heute an so vielen Orten Widerhall findet. Nur von daher wird ein Dialog wieder möglich, in dem uns das Wort des anderen wirklich interessiert, weil es uns verändern kann. Darum ist dieser Dialog zwischen Midan Sol und Midan Tahrir (und Occupy usw.) ein Spiel des gegenseitigen Lernens, der Anleihen und der Wiederaneignung.</p>
<p>Die Welle, die von Tunesien und Ägypten ausgeht, hat die Möglichkeit geschaffen, für andere Formen der Lebensorganisation in einer globalisierten und daher immer gemeinsameren Welt zu kämpfen. Nun hängt es von uns ab, dies weiterzudenken, zu pflegen, fortzuführen und Höchstformen zu finden, wie das gemeinsame Leben organisiert werden kann. Die Situation ist offen, alles ist noch zu tun. Das ist vielleicht nicht genau das, was uns die Wache auf dem Tahrir-Platz zu erzählen aufgetragen hat, wenn wir zurückkehrten. Doch es ist die Botschaft, die vom Midan Tahrir mitzubringen wir uns berechtigt fühlen.</p>
<p>_______________________</p>
<h3><a href="http://blogs.publico.es/fueradelugar/1326/entre-midan-sol-y-midan-tahrir">Original des Berichtes auf dem Blog von Amador Fernández-Savater</a></h3>
<p>Übersetzung <a href="http://walbei.wordpress.com/">Walter B</a></p>
<br />Einsortiert unter:<a href='http://walbei.wordpress.com/category/zum-zeitgeschehen/aktuelle-protestbewegungen/'>aktuelle Protestbewegungen</a>  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/walbei.wordpress.com/2931/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/walbei.wordpress.com/2931/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/walbei.wordpress.com/2931/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/walbei.wordpress.com/2931/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/walbei.wordpress.com/2931/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/walbei.wordpress.com/2931/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/walbei.wordpress.com/2931/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/walbei.wordpress.com/2931/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/walbei.wordpress.com/2931/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/walbei.wordpress.com/2931/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/walbei.wordpress.com/2931/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/walbei.wordpress.com/2931/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/walbei.wordpress.com/2931/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/walbei.wordpress.com/2931/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=walbei.wordpress.com&amp;blog=11666504&amp;post=2931&amp;subd=walbei&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Gedanken im Schneegestöber</title>
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		<pubDate>Sun, 18 Dec 2011 09:47:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Walter B</dc:creator>
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	</item>
		<item>
		<title>Gebt mir meine Tante BaZ zurück!</title>
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		<pubDate>Thu, 15 Dec 2011 07:00:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Walter B</dc:creator>
				<category><![CDATA[Basler Zeitung]]></category>
		<category><![CDATA[Demokratie]]></category>
		<category><![CDATA[Filippo Leutenegger]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Kundgebung gegen die Blocher-BaZ]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst und Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Markus Somm]]></category>
		<category><![CDATA[Medienvielfalt]]></category>
		<category><![CDATA[Rettet Basel!]]></category>
		<category><![CDATA[TagesWoche]]></category>
		<category><![CDATA[Tito Tettamanti]]></category>

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		<description><![CDATA[«Rettet Basel!» ruft am Samstag, 17. Dezember 2011, um 14.30 Uhr zur Kundgebung gegen die SVPisierung der «Basler Zeitung» auf. – ich gehe hin.<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=walbei.wordpress.com&amp;blog=11666504&amp;post=2908&amp;subd=walbei&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Ereignisse rund um die «Basler Zeitung» überschlagen sich. Heute ist das Blatt erneut mit Stumpf und Stiel verkauft worden – als handelte es sich um eine Prostituierte &#8230; (Pardon! Das Bild lässt sich einfach nicht mehr aus meinem Kopf verscheuchen.) Erneuter Besitzer (Freier!) ist Tito Tettamanti, der die BaZ vor eineinhalb Jahren schon mal besass und sich, als er in der Region auf empörte Ablehnung stiess, verärgert zurückzog, nicht ohne Basel vorzuwerfen, es sei eine scheinheilige Provinzstadt geworden, wo geistige Monokultur herrsche. Ebendiese Monokultur will er jetzt mit seiner neu gegründeten «MedienVielfalt Holding AG» aufbrechen. (Es sei reiner Zufall, dass seine AG ähnlich heisst wie die «Stiftung für Medienvielfalt», die Trägerin der neuen, als Alternative zur BaZ lancierten «<a title="Link zur Webseite" href="http://www.tageswoche.ch/">TagesWoche</a>».)</p>
<p>Herr Tettamanti und seine Gefolgsleute haben ein klares Ziel: Sie wollen eine rechtsbürgerliche Tageszeitung – gegen den mehrheitlichen Willen der angestammten LeserInnen – durchboxen und deren Bestand auf absehbare Zeit sichern. Dazu muss das ganze Firmenkonglomerat mitsamt diverser Grossdruckereien saniert werden. Dafür ist Filippo Leutenegger, eben eingesetzter Verwaltungsratspräsident besagter Holding, goldrichtig. Der Mann fürs Grobe weiss den Stahlbesen zu führen und ist als Reinemacher in der Medienindustrie einschlägig bekannt. Sein Mittun wird die Region etliche Arbeitsplätze kosten.</p>
<p>Was hat das alles mit mir zu tun? Als notorischer Zeitungsleser, der von der BaZ nicht lassen kann – nicht zuletzt weil sie als Tageszeitung in der Region noch immer ein Quasimonopolblatt ist –, werde ich zu Schlagzeilen, Kommentaren und Weltdeutungen genötigt, die ich nun wirklich – ich kann nicht anders – zum grossen Teil jenseits des guten Geschmacks empfinde. Seit Markus Somm als Chefredaktor installiert ist – und das soll dem Vernehmen nach auch so bleiben –, werden mir die abstrusesten Welt- und Menschenbilder um die Ohren gehauen, so dass ich mir oft schon die Augen gerieben habe und mich fragen musste: Lebe ich wirklich auf einem so völlig anderen Planeten als dieser Herr Somm?</p>
<p>Nein! Das ist nicht Medienvielfalt. Das ist Meinungsmache – oft mit geradezu hetzerischer Färbung. Nein! Das ist nicht redlicher Journalismus. Das ist Pamphletismus der übleren Sorte!</p>
<p>«<a title="Link zur Webseite" href="http://www.rettet-basel.ch/pagina.php?0,100,,">Rettet Basel!</a>», eine Aktion der Plattform «<a title="Link zur Webseite" href="http://www.kunst-und-politik.ch/pagina.php?0,0,0">Kunst und Politik</a>», hat deshalb zur Kundgebung «gegen die Blocher-BaZ» aufgerufen. Und ich werde hingehen:</p>
<ul>
<li>weil es mich empört, dass man einer ganzen Region seine Meinung aufdrängen kann, wenn man das nötige Kleingeld dazu hat,</li>
<li>weil ich nicht will, dass man meine olle Tante BaZ wie eine Zwangsprostituierte behandelt und unter alternden, aber wirtschaftlich potenten Herren herumreicht,</li>
<li>weil die «Basler Zeitung» nicht als Instrument zur SVPisierung der Nordwestschweiz missbraucht werden darf,</li>
<li>weil echte Medienvielfalt anders aussieht und</li>
<li>weil echte Medienvielfalt eine Voraussetzung für echte Demokratie ist,</li>
<li>weil ich meine BaZ zurückhaben will.</li>
</ul>
<p style="text-align:center;">***</p>
<h3><a href="http://www.rettet-basel.ch/pagina.php?0,100,,"><img class="size-full wp-image-2912 alignnone" style="margin:20px 0;" title="Aufruf" src="http://walbei.files.wordpress.com/2011/12/aufruf.png?w=780" alt=""   /></a></h3>
<h3><span style="color:#800080;"><em>Für weitere Informationen auf den Aufruf klicken!</em></span></h3>
<br />Einsortiert unter:<a href='http://walbei.wordpress.com/category/medien/basler-zeitung/'>Basler Zeitung</a>  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/walbei.wordpress.com/2908/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/walbei.wordpress.com/2908/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/walbei.wordpress.com/2908/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/walbei.wordpress.com/2908/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/walbei.wordpress.com/2908/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/walbei.wordpress.com/2908/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/walbei.wordpress.com/2908/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/walbei.wordpress.com/2908/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/walbei.wordpress.com/2908/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/walbei.wordpress.com/2908/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/walbei.wordpress.com/2908/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/walbei.wordpress.com/2908/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/walbei.wordpress.com/2908/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/walbei.wordpress.com/2908/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=walbei.wordpress.com&amp;blog=11666504&amp;post=2908&amp;subd=walbei&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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			<media:title type="html">walbe</media:title>
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	</item>
		<item>
		<title>Ein Silberstreifen am Horizont der «Basler Zeitung»?</title>
		<link>http://walbei.wordpress.com/2011/12/12/ein-silberstreifen-am-publizistischen-horizont-der-basler-zeitung/</link>
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		<pubDate>Mon, 12 Dec 2011 07:00:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Walter B</dc:creator>
				<category><![CDATA[Basler Zeitung]]></category>
		<category><![CDATA[Christoph Blocher]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst und Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Markus Somm]]></category>
		<category><![CDATA[Moritz Suter]]></category>
		<category><![CDATA[Rettet Basel!]]></category>
		<category><![CDATA[SVP]]></category>
		<category><![CDATA[Tages-Anzeiger]]></category>

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		<description><![CDATA[Nun ist öffentlich und bestätigt, was die Spatzen seit langem von den Dächern pfeifen: Christoph Blocher steht zwar nicht nominell, aber faktisch – via seine Tochter Rahel und einem komplizierten Investmentkonstrukt – als Geldgeber und damit Strippenzieher hinter der «Basler Zeitung». Dass die BaZ auch publizistisch nach seiner Pfeife tanzt, ist offensichtlich. Die erzwungene Transparenz der Besitzverhälnisse könnte nun aber neue Bewegung in das Drama «Basler Zeitung» bringen – Eine Zwischenbilanz.<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=walbei.wordpress.com&amp;blog=11666504&amp;post=2889&amp;subd=walbei&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Nun ist öffentlich und bestätigt, was die Spatzen seit langem von den Dächern pfeifen: Christoph Blocher steht zwar nicht nominell, aber faktisch – via seine Tochter Rahel und einem komplizierten Investmentkonstrukt – als Geldgeber und damit Strippenzieher hinter der «Basler Zeitung». Dass die BaZ auch publizistisch nach seiner Pfeife tanzt, ist offensichtlich. Die erzwungene Transparenz der Besitzverhältnisse könnte nun aber neue Bewegung in das Drama «Basler Zeitung» bringen – Eine Zwischenbilanz.</strong></p>
<p>Die Situation war einigermassen absurd: Alle wussten es, viele empfanden es schmerzlich und ein einziger, nämlich CB himself, dementierte immer wieder: Hinter der BaZ und deren neuen publizistischen Ausrichtung ab Oktober 2010 steht Christoph Blocher. Mit der Einsetzung seines Ziehsohns Markus Somm als Chefredaktor war das publizistische Schicksal der BaZ besiegelt. Sie nahm eine scharfe Wende nach rechts – <a title="Die Wende bei der Basler Zeitung" href="http://walbei.wordpress.com/2010/10/16/die-wende-bei-der-basler-zeitung/">hier</a> und <a title="Basler Zeitung mit zunehmendem Rechtsdrall" href="http://walbei.wordpress.com/2011/03/11/basler-zeitung-mit-zunehmendem-rechtsdrall/">hier</a> habe ich darüber berichtet –, und die Region Basel, von der Tradition her eher ein fortschrittlicher Zipfel der Schweiz mit einer sozialdemokratisch-grünen Regierung in der Stadt, wurde mit einschlägigen Kommentaren und SVP-lastiger Berichterstattung geradezu bombardiert. Es gab Proteste und eine Unmenge an Abokündigungen. Die Plattform «<a title="Link zur Webseite" href="http://www.kunst-und-politik.ch/pagina.php?0,0,0">Kunst und Politik</a>» rief die Aktion «<a title="Link zur Webseite" href="http://www.rettet-basel.ch/pagina.php?0,100,,">Rettet Basel!</a>» ins Leben, und dank einer Mäzenin entstand in der Nordwestschweiz eine neue Wochenzeitung: die «<a title="Link zur Webseite" href="http://www.tageswoche.ch/">TagesWoche</a>», die zwar nicht als Anti-BaZ verstanden werden will, aber offensichtlich eine Alternative, eine Zweitmeinung zum Monopolblatt BaZ darstellt.</p>
<p>Um die wahren Besitzverhältnisse zu verschleiern – was natürlich der medialen Einflussnahme nur förderlich sein konnte –, wurde der weitherum beliebte Basler Unternehmer Moritz Suter als Besitzer der <em>Basler Zeitung Holding</em> vorgeschoben – ein Strohmann, wie sich nun entpuppt und wie es auch schon seit langem die Spatzen von den Dächern pfeifen. Der gute Ruf des guten Herrn Suter könnte darunter erheblich gelitten haben. Vielleicht schlug er deshalb letzte Woche vor, zumindest einen Teil der Aktien der Holding unters Volk zu streuen.</p>
<p><strong>Rücktrittforderungen</strong><br />
Keine Frage! In das Drama «Basler Zeitung» ist nun Bewegung geraten. Den Stein ins Rollen brachte ein <a href="http://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/Christoph-Blocher-finanziert-insgeheim-die-Basler-Zeitung/story/17817580">Bericht des «Tages-Anzeigers»</a> vom letzten Mittwoch mit detaillierten Angaben zum aufwendigen Beteiligungskonstrukt, das den direkten Einfluss Blochers garantieren, aber gleichzeitig seine finanzielle Beteiligung verschleiern soll. Die Offenlegung der wahren Verhältnisse dürfte in der Region – und womöglich darüber hinaus – hohe Wellen schlagen: zunächst im Kreis der verbliebenen BaZ-Abonnenten, die über ein Jahr lang an der Nase herum geführt worden sind, aber auch bis hin in die Gefilde des Bundespolitikers Christoph Blocher, der inzwischen ein erhebliche Glaubwürdigkeitsproblem hat. Die SP Basel fordert deshalb seinen Rücktritt – hauptsächlich mit der Begründung, als Politiker und Volksvertreter sei es mit demokratischen Gepflogenheiten nicht vereinbar, mit etlichen Millionen Franken Medienmacht an sich zu reissen und dieses Engagement gleichzeit mit allen Mitteln zu verschleiern. Das sei ein Angriff auf den öffentlichen Meinungsprozess und untergrabe die Demokratie. Auch Chefredaktor Markus Somm, der mit seinen teils haarsträubenden und abstrusen Kommentaren den angestammten Leserinnen und Lesern immer wieder ans Bein pinkelt, müsse zurücktreten.</p>
<p><strong>Ein Silberstreifen am Horizont?</strong><br />
Woher ich die Hoffnung nehme, die «Basler Zeitung» könnte nun in publizistisch redlichere Zonen geraten? Warum ich einen Silberstreifen zumindest am publizistischen Horizont der BaZ sehe? Nun, eines ist sicher: Die mediale Usurpation der Nordwestschweiz durch das Blocher-Imperium und die SVP ist in der vorgesehenen Form jedenfalls gescheitert. Der Flurschaden indessen ist gross, die «Basler Zeitung» in der heutigen Form über kurz oder lang wohl am Ende. Und was nachher kommt, kann ja nur besser werden.</p>
<p>Was mich auch zuversichtlich stimmt: Die Öffentlichkeit hat nun, gleichsam zu Illustrationszwecken, ein Lehrstück in Sachen Aneignung von Medienmacht um die Ohren gehauen bekommen. Das tut weh, weckt auf – und sensibilisiert. Eine «<a title="Link zur Petition" href="http://www.medientransparenz.ch/page.php?0,100,">Petition zur Offenlegung der Eigentumsverhältnisse an Medienunternehmen</a>» ist lanciert. Und nicht zuletzt: Unabhängiger, redlicher Journalismus könnte wieder Rückenwind erhalten. Man wird ja wohl noch träumen dürfen &#8230;</p>
<br />Einsortiert unter:<a href='http://walbei.wordpress.com/category/medien/basler-zeitung/'>Basler Zeitung</a>  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/walbei.wordpress.com/2889/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/walbei.wordpress.com/2889/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/walbei.wordpress.com/2889/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/walbei.wordpress.com/2889/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/walbei.wordpress.com/2889/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/walbei.wordpress.com/2889/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/walbei.wordpress.com/2889/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/walbei.wordpress.com/2889/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/walbei.wordpress.com/2889/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/walbei.wordpress.com/2889/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/walbei.wordpress.com/2889/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/walbei.wordpress.com/2889/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/walbei.wordpress.com/2889/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/walbei.wordpress.com/2889/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=walbei.wordpress.com&amp;blog=11666504&amp;post=2889&amp;subd=walbei&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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	</item>
		<item>
		<title>Die Niemandsregierung – Ein Albtraum</title>
		<link>http://walbei.wordpress.com/2011/11/30/die-niemandsregierung-ein-albtraum/</link>
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		<pubDate>Wed, 30 Nov 2011 07:00:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Walter B</dc:creator>
				<category><![CDATA[Zum Zeitgeschehen]]></category>
		<category><![CDATA[15-M]]></category>
		<category><![CDATA[aktuelle Protestbewegungen]]></category>
		<category><![CDATA[Amador Fernández-Savater]]></category>
		<category><![CDATA[Anonymous]]></category>
		<category><![CDATA[Demokratie]]></category>
		<category><![CDATA[Europa]]></category>
		<category><![CDATA[Finanzindustrie]]></category>
		<category><![CDATA[Griechenland]]></category>
		<category><![CDATA[Hannah Arendt]]></category>
		<category><![CDATA[Italien]]></category>
		<category><![CDATA[Loukas Papademos]]></category>
		<category><![CDATA[Mario Monti]]></category>
		<category><![CDATA[Niemandsregierung]]></category>
		<category><![CDATA[Occupy]]></category>
		<category><![CDATA[Staatsschuldenkrise]]></category>

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		<description><![CDATA[Die «technischen» Regierungen in Griechenland und Italien sind ein Experiment mit Modellcharakter. Amador Fernández-Savater, ein spanischer Journalist und Chronist der spanischen Protestbewegung, ortet in diesen «Niemandsregierungen» eine anonyme, kaum angreifbare bürokratische Macht im Dienste der Finanzindustrie. In seinen «Notizen eines Albtraums» begründet er seine Befürchtungen und zeigt Gegenstrategien auf.<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=walbei.wordpress.com&amp;blog=11666504&amp;post=2866&amp;subd=walbei&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Die «technischen» Regierungen in Griechenland und Italien sind ein Experiment mit Modellcharakter. <em>Amador</em></strong><em> <strong>Fernández-Savater</strong></em><strong>, ein spanischer Journalist und Chronist der spanischen Protestbewegung, ortet in diesen «Niemandsregierungen» eine anonyme, kaum angreifbare bürokratische Macht im Dienste der Finanzindustrie. In seinen «Notizen eines Albtraums» begründet er seine Befürchtungen und zeigt Gegenstrategien auf. Übersetzung: Walter B.</strong></p>
<p style="text-align:center;"><a href="http://walbei.files.wordpress.com/2011/11/anonymous.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-2876" style="margin-top:20px;margin-bottom:20px;" title="anonymous" src="http://walbei.files.wordpress.com/2011/11/anonymous.jpg?w=780" alt=""   /></a></p>
<h5 align="right"><em>«Wir erachten eine technokratische Regierung der nationalen Einheit, zusammengesetzt aus den linken und rechten Kräften des politischen Spektrums und angeführt von Leuten des Vertrauens, als beste Möglichkeit, um die Reformen zu Ende zu führen und das Vertrauen der Investoren aufrecht zu erhalten. (&#8230;) Im aktuellen Kampf der modernen, reifen Demokratien gegen die schwere Krise der Staatsschulden stellen technokratische, ‹apolitische› Regierungen eine dringliche Alternative dar. Im gleichen Mass, wie das öffentliche Vertrauen in die Politiker schwindet, verstärkt sich der Widerstand gegen die Strukturreformen, und die Parteien haben Angst vor den Kosequenzen an der Urne, wenn sie schmerzhafte Reformen durchführen.»</em></h5>
<p align="right"><em> Tina Fordham, Citigroup</em></p>
<p>Täglich geschehen tausend Dinge. Doch wie erkennt man, welches die Zeichen des kommenden Wandels sind? Was sind Spuren oder Echos der Vergangenheit? Und was kündigt entscheidende soziale Tendenzen an? Wie wissen wir, ob wir eine historische Schwelle überschritten haben? Dies habe ich mich in diesen Tagen gefragt, als ich über die «technischen Regierungen» nachdachte, die in Griechenland und Italien installiert wurden. Ich betrachte diese als äusserst schlechte Vorzeichen, als experimentelles Muster, das bald, sehr bald wiederholt werden könnte, als Prototyp.</p>
<p>Tatsächlich braucht es zurzeit keine besondere Phantasie, um sich eine technische Regierung auf europäischer Ebene vorzustellen, die sich als einzig mögliche Alternative zu einem unmittelbar drohenden totalen Crash anbietet und rechtfertigt – oder gar als bestmögliche Sachwalterin einer bereits in Gang befindlichen Katastrophe. Eine «Übergangsregierung» ohne Politiker dazwischen, vollständig zusammengesetzt aus Experten und Bevollmächtigten, die wissen, was zu tun ist, und keine Angst haben, dies auch zu Ende zu führen – und auch ohne noch so geringe Bindung an die Staatsbürgerschaft. – Ein Albtraum?</p>
<p>Griechenland und Italien wären dafür ein Zukunftslabor. Und das Experiment läuft nicht schlecht. Erste Erkenntnis: Es lässt sich realisieren. Die beiden an militärischen Kalorien armen Staatsstreiche haben in der «demokratischen» öffentlichen Meinung keinen Aufruhr hervorgerufen. So scheint es mir zumindest. Niemand hat Monti oder Papademos gewählt. Niemand hat über die Programme abgestimmt, die umgesetzt werden sollen. Doch die Parlamente haben beide Regierungen bestätigt. Und generell ist eine Stimmung der Resignation festzustellen, zumindest kein Enthusiasmus. Warum nicht? Wenn das, was es gibt, das einzige ist, was man haben kann, so soll es zumindest jemand Fähiges durchführen, jemand ohne Extravaganzen – und der etwas vom Rechnen versteht. Oder etwa nicht?</p>
<p>Hannah Arendt nannte die Herrschaft der Bürokratie eine «Niemandsregierung» und sagte dazu: «Das ist nicht notwendigerweise eine Nichtregierung. Unter gewissen Umständen kann daraus sogar eine der grausamsten und tyrannischsten Varianten einer Regierung hervorgehen.» Weshalb? Ganz einfach weil «wir niemanden dafür verantwortlich machen können. Es gibt keinen echten Urheber der Handlungen und Ereignisse. Sie überwältigen uns einfach.»</p>
<p>Es folgen nun ein paar Überlegungen und Erklärungen, die mir mehr oder weniger ungeordnet durch den Kopf gehen, wenn ich an die technischen Regierungen von Monti und Papademos denke. – Notizen eines Albtraums.</p>
<h2><strong>Die Niemandsregierung ist eine Folge der Krise der politischen Vertretung</strong></h2>
<h5 align="right"><em>«Die Abwesenheit von Politikern erleichtert uns die Dinge.»</em></h5>
<p align="right"><em>Mario Monti</em></p>
<h5 align="right"><em>«Papademos war nie in die Politik verwickelt. Er weiss, was zu tun ist.»</em></h5>
<p align="right"><em>Thanos Papasavvas, Leiter von Investec Asset Management</em></p>
<p>Das globalisierte Umfeld hat die klassischen Merkmale der Souveränität der Nationalstaaten zerfetzt, Kennzeichen wie etwa die eigenen Grenzen, das eigene Geld, die Verteidigung, die Kultur usw. Die Staaten beschränken sich immer mehr darauf, in einem konkreten Territorium die Notwendigkeiten der globalen Ökonomie zu bedienen. Links und rechts im parlamentarischen Spektrum werden in der Regel dieselben Interessen, dieselben Ideen über Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit verteidigt. Die Institutionen sind für die Bürgerbeteiligung kaum durchlässig. Auf Bürgerebene sind all diese Feststellungen Binsenwahrheiten, offene Geheimnisse. Nicht Systemgegner, sondern die unterschiedlichsten Menschen gehen auf die Strasse und rufen: «Sie nennen es Demokratie, obschon sie es nicht ist», und verschwören sich im Internet, um das Wahlsystem zu <em>hacken</em>.</p>
<p>Technische Regierungen passen bestens zu diesem sozialen Hintergrund: zur verbreiteten Ablehnung der aktuellen Politik unserer Politiker, zur vollständigen Blockade zwischen Links und Rechts, zum allgemeinen Überdruss gegenüber der Korruption und gegenüber Politstars des Typs Berlusconi. Monti und Papademos kündigen postpolitische und postideologische Regierungen an, rein technisch geführte Regierungen. Sie selber sind nur Masken, wie jene von Anonymous, hinter denen jedoch niemand aus Fleisch und Blut steckt, sondern nur die abstrakte und unpersönliche Macht der Finanzmärkte. Es sind weder Linke noch Rechte. In Tat und Wahrheit führen sie Regierungen der nationalen Einheit zwischen Links und Rechts an. Es sind keine Politiker und schon gar keine Politstars, sondern einfache Geschäftsführer, Ingenieure, Experten. Sie sind nicht durch bornierte Treue an eine Ideologie gebunden, nicht an die Leute, die sie gewählt haben, nicht an persönliche Ambitionen. Sie streben danach, das Wasser der Politikverdrossenheit auf ihre Mühlen zu lenken. Sie sind die finstere Kehrseite der Krise der politischen Vertretung.</p>
<h2><strong>Die Niemandsregierung: eine rationale Regierung</strong></h2>
<h5 align="right"><em>«Monti verspricht letztlich, ein sehr viel normalerer, ‹langweiligerer› Politiker als Berlusconi zu sein. Doch was von ihm erwartet wird, sind Zuverlässigkeit und Effizienz. Das Fest ist beendet.»</em></h5>
<p align="right"><em>La Vanguardia</em></p>
<h5 align="right"><em>«Fünf Worte werden das Programm von Monti charakterisieren: Wirksamkeit, Dringlichkeit, Wachstum, Ernsthaftigkeit und Fairness.»</em></h5>
<p align="right"><em>Paso a paso</em></p>
<p>Mario Monti wird «der Professor» genannt. Er wie auch Papademos sprechen einzig von Effizienz in der Amtsführung. Beide versichern, nicht an eine Ideologie gebunden zu sein. Sie führen nur aus, «was getan werden muss». Was sein muss.</p>
<p>Nach einer langen, ehrwürdigen philosophischen Tradition, die von Platon bis Kant reicht, ist das «freie» Handeln ein Handeln «aus Pflicht», das heisst «in notwendiger Weise». Die platonische Theorie spricht von einer «Regierung der Philosophie»: eine Regierung der universellen, notwendigen Ideen, in der getan werden muss, was rational und richtig ist, unabhängig von Meinungen und Wünschen. Die kantische Theorie spricht von einem «freien Agenten», d.h. von einem Agenten, der «aus Pflicht» handelt, also «rational». Die Niemandsregierung tritt wie eine technische, instrumentelle Regierung in Erscheinung, wie die reine Anwendung wirtschaftswissenschaftlicher Wahrheiten, eine solide Regierung, insofern sie nicht aus Vorurteilen oder Privatinteressen heraus handelt oder entscheidet, sondern «interesselos». Eine effiziente Regierung, in der jene kommandieren, die das nötige Wissen haben, nicht jene, die in den Massenmedien am meisten schillern oder die den Leuten in den Korridoren der Macht ein Bein stellen.</p>
<p>«Die Niemandsregierung ist die tyrannischste aller Regierungen, da man niemandem die Rechnungen für ihr Handeln servieren kann (&#8230;) es ist unmöglich, den Verantwortlichen auszumachen oder den Feind zu identifizieren» (Hannah Arendt). Wer der Niemandsregierung nicht zustimmt, ist kein Gegner mit Vernunft oder ehrwürdigen Absichten. Er kann nur ein Verrückter oder Stümper sein. Denn nur ein Verrückter oder Stümper kämpft gegen die Schwerkraft. Ebenso wären es Verrückte oder Stümper, welche die Meinung des Volkes über die durchzuführende Politik einholen wollten – wie wenn über die Richtigkeit einer mathematischen Formel eine Mehrheit befinden könnte. «Was wissen denn die Leute darvon, was für sie hilfreich ist?» Was die Leute sagen, kann nicht mehr als Geraune oder Getobe sein. Es ist unnütz, absurd und in hohem Masse verderblich, ihnen zuzuhören.</p>
<p>Hingegen entspricht die Vernunft der Niemandsregierung der «Intelligenz des Notwendigen», indem sie die Gesetze entziffert, die die Welt beherrschen, und ihr Handeln danach ausrichtet. Allerdings sind das ganz andere Gesetze als jene, an die Platon und Kant dachten. Der kategorische Imperativ von Monti und Papademos ist schlicht der Gehorsam genüber den Notwendigkeiten und Forderungen von Goldmann Sachs und den Finanzmärkten. <em>Dies</em> ist heute unsere Schwerkraft.</p>
<h2><strong>Die Niemandsregierung als Schutzmacht</strong></h2>
<h5 align="right"><em>«Werden wir davonkommen? Ja, natürlich.»</em></h5>
<p align="right"><em>Corrado Passera, Superminister für Entwicklung, Infrastruktur und Transport</em></p>
<h5 align="right"><em>«Gehen wir ins Rennen!»</em></h5>
<p align="right"><em>Mario Monti</em></p>
<h5 align="right"><em>«Um Italien zu retten, müssen wir auf Glaubwürdigkeit und Verantwortung setzen. Und man muss mit Wahlen vorsichtig umgehen.»</em></h5>
<p align="right"><em>Franco Frattini, Aussenminister</em></p>
<p>Die Niemandsregierung verspricht, uns vor der Katastrophe zu bewahren. Der Meteor der Krise rast unaufhaltsam auf die Erde zu. Die Medien verkünden, dass sein Einschlag unmittelbar bevorsteht. Das Fussvolk starrt mit offenem Mund in den Himmel. Einzig eine Handvoll entschlossener Helden weiss, was vor sich geht, und handelt entsprechend. Zweifellos können sie uns nicht alle retten. Es gibt nun mal solche, die nicht so schnell rennen. Doch wer weiss, vielleicht können sie mich retten. Man muss Vertrauen haben &#8230;</p>
<p>Die Rettungsmacht rechtfertigt sich nicht mehr mit diesen oder jenen Werten, die es zu verteidigen gilt – etwa die Demokratie oder ähnliches –, sondern mit unserem schlichten und reinen Überleben als Geschlecht. Sie tut das als <em>pastorale Macht</em>, die wacht und dafür garantiert, dass wir als Herde erhalten bleiben. Sie tut es auch als <em>medizinische Macht</em>: Wenn du dich dagegen auflehnst, unterschreibst du damit dein eigenes Todesurteil. Ebenso tut sie es als eine <em>von der göttlichen Vorsehung bestimmte Macht</em>, wie der französische Philosoph Maurice Blanchot erklärt: «Unser Schicksal ist nun an der Macht – nicht eine historisch bemerkenswerte Person, sondern eine Macht, die über der Person steht, eine Kraft der höchsten Werte. Nennen wir sie ‹die Schutzmacht›, aber nicht im Sinne eines personifizierten Herrschers, sondern im Sinne von Herrschaft als solcher, insofern sie in sich alle Möglichkeiten des Schicksals vereint.» Die technische Regierung ist keine Diktatur, keine personale tyrannische Macht: «Ein Diktator defiliert ohne Unterbruch. Er spricht nicht, er schreit. Sein Wort hat die Gewalt eines Schreies, des lateinischen <em>dictare</em>, der Repetition. [Die Schutzmacht] tritt auf – allerdings aus Pflicht. Sogar wenn sie auftritt, erscheint sie wie ihrer eigenen Gegenwart fremd. Sie ist in sich gekehrt. Sie spricht, aber im Geheimen &#8230;» Gegenüber der belusconianischen Show das diskrete «Auftreten aus Pflicht» des <em>Professors</em> &#8230;</p>
<p>Blanchot weist ferner darauf hin, dass die Schutzmacht im Tausch für die gebotene Sicherheit jeweils einen «politischen Tod» verlangt. Ihre Macht muss unbestreitbar sein. Alle Möglichkeiten des Dissenses – eingeschlossen des Vorwurfs, selbst Komplize der Katastrophe zu sein – müssen von vornherein ausgeschlossen werden. Wir delegieren an den Herrscher all unsere Fähigkeiten – des Ausdrucks, des Denkens und des Handelns – und die Politik wird geächtet. Denn in Tat und Wahrheit treibt die Niemandsregierung keine Politik. Und sie handelt auch nicht, ja, entscheidet nicht mal. Sie verwaltet nur. Das heisst, sie reguliert nach ihren Möglichkeiten eine Macht, die sie selbst übersteigt und absoluten Vorrang hat: eine hyperkomplexe Maschine, die von ökonomischen Interessen angetrieben ist, eine unmenschliche Macht, die man nicht bremsen, handhaben oder verändern, sondern ihr nur auf bestmögliche Weise gehorchen kann. Es ist die Macht des Automatischen, Notwendigen. Es ist unser Schicksal.</p>
<h2><strong>Der Tanz der Niemande gegen die Niemandsregierung</strong></h2>
<p>Wie aus diesem politischen Tod aufwachen? Die hehren Diskurse, die unsere Demokratien noch mit der freien, freiwilligen und organisierten politischen Vernunft gleichsetzen, klingen immer mehr wie ein schlechter Witz. Doch es gibt sie noch, jene, die angesichts der Bedrohung durch die Niemandsregierung empfehlen, wir sollten weiter in das Parteiensystem, in die politische Vertretung, die Links-Rechts-Achse vertrauen. Mehr noch: Es gibt Stimmen, die mit voller Überzeugung der «<a title="Link zu Artikel auf Wikipedia" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Anonymous_%28Kollektiv%29">anonymen Revolution</a>», die sich zurzeit weltweit ausbreitet, vorwerfen, sie hätte der Niemandsregierung den Weg geebnet. «Schaut! Das ist das Ergebnis eures ‹Sie vertreten uns nicht›.»</p>
<p>In Tat und Wahrheit ist es gerade umgekehrt. Indem sie alle Macht den Finanzmärkten übergeben haben, indem sie sich gegen jedes Fünkchen Bürgerbeteiligung abgeschirmt haben und zu reinen Sachwaltern des Unausweichlichen und Notwendigen geworden sind, haben die Politiker ihr eigenes Grab geschaufelt. Wenn sie dran kommen, die Papandreus, Berlusconis und Rajoys, können sie sich beklagen, wie immer sie wollen: Die Mächte, an die sie sich hielten, haben sich plötzlich dazu entschieden, auf ihre Dienste zu verzichten und an ihre Stelle andere, vertrauenswürdigere Ingenieure zu setzen. Punkt!</p>
<p>Die einzige Möglichkeit, aus dem politischen Tod aufzuwachen, ist, was Hannah Arendt die «Aktion» nannte. Agieren heisst, die Vorherrschaft des Automatischen durchbrechen, und ist das Gegenteil von Gehorchen oder Repetieren. Wir verinnerlichen auch im persönlichen Leben die Automatismen, wenn wir tun, was wir tun sollen, wenn wir sehen, was wir sehen sollen, wenn wir sagen, was man sagen soll, und wenn wir denken, was zu denken vorgeschrieben ist. Arendt nannte dies «das Gehabe»: ein normalisiertes Verhalten, das vorhersehbar und voraussagbar ist. Wenn wir hingegen agieren, «kommen wir mit Gleichen zusammen und beginnen etwas Neues». Wir treten aus der Isolation und Machtlosigkeit heraus und werden fähig.</p>
<p>Die «Politik aller» von Bewegungen wie 15-M oder Occupy ist weder das Gegenstück noch das Symmetrische zur Niemandsregierung: Diese Bewegungen vertrauen nicht dem Kommando derjenigen, die wissen, sondern gehen davon aus, dass wir alle denken können. Sie haben kein Gesicht – genau aus dem Grund, damit alle und jedes einzelne der vielen Gesichter hineinpassen. Sie verwalten nicht, was vorhanden ist, sondern finden im Kollektiv neue Antworten auf gemeinsame Probleme.</p>
<p>Vielfältigkeit, Erfindergeist, Denken: Das ist der Tanz der Niemande gegen die Niemandsregierung.</p>
<h3><a href="http://blogs.publico.es/fueradelugar/1282/el-gobierno-de-nadie-una-pesadilla"><em>Original auf dem Blog von <em>Amador</em><em> Fernández-Savater</em></em></a></h3>
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		<title>Beim Zählen meiner Gedanken</title>
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		<pubDate>Sat, 19 Nov 2011 08:00:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Walter B</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Gestern meine Gedanken gezählt. Frühmorgens beim Aufwachen begann ich mit der Nummer 1. Der letzte Gedanke abends beim Einschlafen war die Nummer 19&#8217;793 – immerhin. Zugegeben, Gedankenfetzen und -splitter, innere Bilder und Tagträume habe ich mitgezählt. Das war ganz schön anstrengend, aber ich habe durchgehalten. Einer der letzten Gedanken vor dem Einschlafen war übrigens die [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=walbei.wordpress.com&amp;blog=11666504&amp;post=2853&amp;subd=walbei&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Gestern meine Gedanken gezählt. Frühmorgens beim Aufwachen begann ich mit der Nummer 1. Der letzte Gedanke abends beim Einschlafen war die Nummer 19&#8217;793 – immerhin. Zugegeben, Gedankenfetzen und -splitter, innere Bilder und Tagträume habe ich mitgezählt. Das war ganz schön anstrengend, aber ich habe durchgehalten. Einer der letzten Gedanken vor dem Einschlafen war übrigens die Frage: Wer ist das eigentlich, der da die Gedanken betrachtet und sie zählt?</p>
<p style="text-align:center;"><a href="http://walbei.files.wordpress.com/2011/11/2383168228_9cfc82af30.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-2846" style="margin-top:20px;margin-bottom:20px;" title="2383168228_9cfc82af30" src="http://walbei.files.wordpress.com/2011/11/2383168228_9cfc82af30.jpg?w=780" alt=""   /></a><em>Bild (cc-Lizenz): <a href="http://www.flickr.com/people/25025902@N07/">albdruck</a></em></p>
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		<title>Italien braucht keine Demokratie</title>
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		<pubDate>Thu, 17 Nov 2011 07:00:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Walter B</dc:creator>
				<category><![CDATA[Zum Zeitgeschehen]]></category>
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		<category><![CDATA[Silvio Berlusconi]]></category>

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		<description><![CDATA[In einem Kommentar zum eilfertigen Ersatz der Regierungschefs in Griechenland und Italien durch Technokraten bringt der Schriftsteller Isaac Rosa auf den Punkt, was quer durch Europa für einiges Aufsehen sorgen sollte und doch nur ein verlegenes Hüsteln auslöst: Demokratie ist angesichts der anstehenden Reformen eher lästig.<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=walbei.wordpress.com&amp;blog=11666504&amp;post=2835&amp;subd=walbei&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>In einem Kommentar zum eilfertigen Ersatz der Regierungschefs in Griechenland und Italien durch Technokraten bringt der Schriftsteller Isaac Rosa auf den Punkt, was quer durch Europa für einiges Aufsehen sorgen sollte und doch nur ein verlegenes Hüsteln auslöst: Demokratie ist angesichts der geplanten Reformen eher lästig. Hier die Übersetzung des pointierten Kommentars:</strong></p>
<p>Dass Berlusconi ein grottenschlechter Regierungschef war, wissen wir bereits. Dass Mario Monti besser regieren kann, ist offensichtlich – aber kein besonderes Verdienst angesichts des tiefen Falls seines Vorgängers. Nun denn: Berlusconi haben die Italiener ebensowenig fortgejagt, wie sie Monti gewählt haben. Ich weiss, ich weiss: Der Wille der Bürger ist in einem Moment wie diesem – in dem laut den Worten von Van Rompuy, dem Präsidenten des Europäischen Rates, «Italien Reformen braucht, keine Wahlen» – etwas Zweitrangiges.</p>
<p>Allein das Auswechseln des Premierministers ist schon eine hässliche Sache. Denn Monti hat sich keiner Wahl gestellt, noch ist er nachgerückt. Doch den Italienern wurde nicht nur die Wahl ihres Regierungschefs vorenthalten, sondern auch die Entscheidung über eine Politik, die so rein «technisch» nicht sein wird: Als Einstieg verspricht Monti, die Renten zu reformieren, den Arbeitsmarkt flexibler zu gestalten, die Mehrwertsteuer zu erhöhen, die Gehälter einzufrieren, kräftig zu privatisieren, gewisse Sektoren zu liberalisieren und sogar eine Reform, um die Privilegien der Politiker zu beschneiden &#8230; Das nennt sich «Regierung der Experten», ganz so als ob man sich darauf beschränken würde, eine neutrale Gebrauchsanweisung anzuwenden. Doch was ansteht, ist reine und knallharte Politik – vor allem knallharte.</p>
<p>Gewiss: Monti wird von den Abgeordneten gewählt werden, und diese werden seine Massnahmen absegnen müssen. Doch ich fürchte, die Abgeordneten werden sie einfach abnicken. Denn wenn das Parlament eine der Reformen nicht gutheisst, wird uns wohl jemand aus Brüssel darauf hinweisen, dass «Italien Reformen braucht und kein Parlament». Berlusconi ist schlecht, lächerlich, ein Hurenbock und Mafioso. Die Griechen sind Nichtsnutze und Lügner. Wenn es uns Spanier morgen trifft: Wessen werden sie uns anklagen? Was wird unsere Schuld sein? Ich weiss nicht, ob Sie es gemerkt haben. Im europäischen Diskurs hat es einen subtilen Schwenk gegeben: Man spricht nicht mehr vom «Angriff der Märkte». Die Schuld hat sich nun verschoben – von den Spekulanten, die die Finanzkrise verursacht und mit den öffentlichen Schulden gespielt haben, um ihre Geschäfte zu machen, koste es, was es wolle, hin zu den betrügerischen Griechen oder dem Gauner Berlusconi, welcher tatsächlich – und das möchte ich betonen – ein furchtbarer Typ ist. Aber nicht die Italiener haben ihn fortgejagt – die natürlich Reformen brauchen und keine Demokratie.</p>
<p>***</p>
<h2><em><a href="http://blogs.publico.es/trabajarcansa/2011/11/15/italia-no-necesita-democracia/">Original des Kommentars auf Isaac Rosas Blog</a></em></h2>
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		<title>Ist die Occupy-Bewegung kommunistisch?</title>
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		<pubDate>Sat, 12 Nov 2011 16:37:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Walter B</dc:creator>
				<category><![CDATA[Zum Zeitgeschehen]]></category>
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		<description><![CDATA[Es ist nicht das erste Mal, dass die weltweite Protestbewegung der Empörten als kommunistischer Impuls verleumdet wird. Der Vorwurf ist falsch, widerspiegelt aber meines Erachtens zwei Dinge: ein Dilemma auf Seiten der Empörten und eine Art Anerkennung durch ihre Gegner.<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=walbei.wordpress.com&amp;blog=11666504&amp;post=2827&amp;subd=walbei&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://walbei.files.wordpress.com/2011/11/6253006297_951ceaed00_b.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-2829" style="margin:20px 0;" title="6253006297_951ceaed00_b" src="http://walbei.files.wordpress.com/2011/11/6253006297_951ceaed00_b.jpg?w=780&#038;h=520" alt="" width="780" height="520" /></a></p>
<p><strong>Es ist nicht das erste Mal, dass die weltweite Protestbewegung der Empörten als kommunistischer Impuls verleumdet wird. Der Vorwurf ist falsch, widerspiegelt aber meines Erachtens zwei Dinge: ein Dilemma auf Seiten der Empörten und eine Art Anerkennung durch ihre Gegner.</strong></p>
<p>In der Printausgabe der «Basler Zeitung» vom 12. November kommentiert der amerikanische Historiker <em>Ronald Radosh</em> unter dem Titel «Der stete Charme des Kommunismus» in scharfen Worten die Motive der Occupy-Bewegungen in den USA und Europa. Sie, die Bewegungen, forderten dasselbe wie dazumal die Kommunisten: Neuverteilung des Einkommens, Gleichheit und Fairness. Das erinnere fatal an das Europa der 1930er Jahre. Überhaupt sei der Kommunismus auch heute noch ein bedeutendes Phänomen. Besonders in Krisenzeiten werde er als Hoffnungsträger wahrgenommen. Vergessen gehe dabei allerdings, dass der Kommunismus durchwegs totalitären Charakter annahm. Der Kommentar gipfelt in einer üblen Beschimpfung der Protestbewegung:</p>
<blockquote><p><em>«Der ‹Occupy Wall Street›-Haufen nennt sich nicht ‹Kommunisten›. Diejenigen, die am meisten Beachtung finden, sind selbsterklärte Anarchisten, andere wieder Sozialisten, Radikale verschiedener Richtungen, Demagogen, Antisemiten, Mitglieder verschiedener ultralinker Gruppen und so weiter. Insgesamt bilden sie eine oft zusammenhanglose Gruppe radikaler Aktivisten, die darauf aus sind, das System umzustürzen.»</em></p></blockquote>
<p>Getrost könnte man den Kommentar links – pardon, rechts liegen lassen. Er ist höchst demagogisch und sachlich nicht haltbar. Trotzdem ist er ein paar Gedanken wert, da er auf zwei Symptome im Zusammenhang mit der Protestbewegung hinweist.</p>
<p><strong>Das Dilemma der Protestbewegung</strong><br />
Zum einen ist da ein Dilemma innerhalb der Occupy-Bewegung, das allerdings auch ein gesamtgesellschaftliches Dilemma widerspiegelt: Als Kritiker des heutigen Radikalkapitalismus wird man sogleich als Kommunist oder wenigstens als Sozialist abgestempelt. Das ist nicht viel anders als der Vorwurf des Antisemitismus, der sich gegen sämtliche Kritiker der israelischen Politik richtet. Der vorschnelle Stempel des Kommunismus ist ein Totschlagargument, zeigt aber auch, dass jenseits von Kapitalismus und Kommunismus, jenseits von links und rechts kaum Ideen für eine sachliche Gesellschaftsreform bestehen. Dass aber solche Ideen dringend nötig sind, können nur die paar wenigen Profiteure der heutigen Zustände leugnen. Es fehlen schlicht Perspektiven, wie man die soziale Frage auch noch angehen könnte – sowohl bei der Occupy-Bewegung wie auch gesamtgesellschaftlich. Natürlich gibt es einzelne Ideen wie das <a title="Link zu Artikel auf Wikipedia" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Bedingungsloses_Grundeinkommen">bedingungslose Grundeinkommen</a>, die <a title="Link zu Artikel auf Wikipedia" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Tobin-Steuer">Tobin-Steuer</a>, die <a title="Link zu Artikel auf Wikipedia" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Freigeld">Freigeld-Initiativen</a>. Doch der grosse Wurf hin zu einer menschlicheren Gesellschaft ist nicht in Sicht. Allerdings: Vielleicht ist das auch gut so. Die grossen Würfe haben meistens ins Verderben geführt &#8230;</p>
<p><strong>Keine pfannenfertige Konzepte</strong><br />
Mit dieser Frage «Wie weiter?» ringen meines Erachtens die Protestbewegungen seit Monaten. Und es stimmt mich zuversichtlich, wenn ich beobachte, wie es sich die Menschen auf den Strassen und öffentlichen Plätzen mit Antworten nicht leicht machen. Es herrscht eine ausgesprochene Skepsis gegenüber vorgefertigten Konzepten – und gegen die Konzepte der etablierten Politik sowieso. Im Zentrum stehen die Erfahrungen, Träume und Ideen der einzelne TeilnehmerInnen. Die Bewegung «Occupy Wall Street» in den USA wie die Schwesterbewegung «15-M» in Europa stellen deshalb zweifellos <a title="Link zu Artikel auf diesem Blog" href="http://walbei.wordpress.com/2011/09/09/die-spanische-protestbewegung-%e2%80%93-eine-neuartige-soziale-kraft/">eine neuartige soziale Kraft</a> dar. Und es ist äusserst wichtig, dass sie den kommenden Winter überstehen.</p>
<p><strong>Die Angst vor der Bewegung</strong><br />
Das führt mich zum zweiten Symptom, das ich aus dem Kommentar in der «Basler Zeitung» herauslese: Wenn die Protestbewegung mit dem Kommunismus gleichgesetzt wird, so ist das zwar falsch, widerspiegelt aber den Stellenwert, den ihr die Gegner beimessen. Es ist eine Art Anerkennung. Die Empörten können nicht mehr ignoriert werden, und ihre Bewegung erreicht womöglich eine gesellschaftliche Dimension und Durchschlagskraft wie dazumal der Kommunismus – so jedenfalls die Angst mancher Kommentatoren.</p>
<p>__________________________________</p>
<p><em>Bild (CC-Lizenz): Vor dem Reichstag, Berlin, <a href="http://www.flickr.com/people/60800708@N06/">cadillacdeville2000</a> via Flickr.</em></p>
<br />Einsortiert unter:<a href='http://walbei.wordpress.com/category/zum-zeitgeschehen/'>Zum Zeitgeschehen</a>  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/walbei.wordpress.com/2827/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/walbei.wordpress.com/2827/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/walbei.wordpress.com/2827/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/walbei.wordpress.com/2827/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/walbei.wordpress.com/2827/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/walbei.wordpress.com/2827/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/walbei.wordpress.com/2827/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/walbei.wordpress.com/2827/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/walbei.wordpress.com/2827/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/walbei.wordpress.com/2827/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/walbei.wordpress.com/2827/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/walbei.wordpress.com/2827/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/walbei.wordpress.com/2827/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/walbei.wordpress.com/2827/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=walbei.wordpress.com&amp;blog=11666504&amp;post=2827&amp;subd=walbei&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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