In der Stille zu Hause sein (ein Text entwickelt sich)

1. Version, 5. Mai 2010

Immer mehr in der Stille zu Hause sein, das Getöse der Welt draussen lassen. Wohin das führen mag? Ist das Weltflucht? Rückzug ins Private? Eine Absage an die Welt?

Im Gegenteil! Ist doch die Stille das Innerste der Welt, der Kern des Getöses. Und nachdem ich dort war, im Auge des Sturms, nachdem ich in der Ruhe ein Bad genommen habe, bin ich erst wieder tauglich für diese dröhnende Welt mit ihrem Gezeter und Gekreische, dem Geplauder und Gemurmel, mit ihrem Marktgeschrei.

Immer mehr in der Stille zu Hause sein, ihre Tiefe ausloten, ihre Konturen erforschen. Die Stille ist voller Leben, voller Welt. Sie hat nichts Ödes, Eintöniges. Doch sie lässt sich ihre Geheimnisse nicht entreissen. Vor Ungeduld und Gier flieht sie, vor neugierigen Blicken duckt sie sich.

2. Version, 7. Mai 2010

Immer mehr in der Stille zu Hause sein, das Getöse der Welt draussen lassen. – Ist das Weltflucht? Rückzug ins Private? Eine Absage an die Welt?

Im Gegenteil! Denn die Stille ist das Innerste der Welt, der Kern allen Getöses. – Und nachdem ich dort war, im Auge des Sturms, nachdem ich in der Ruhe ein Heilbad genommen habe, bin ich erst wieder tauglich für diese geräuschvolle Welt, mit all ihrem Gemurmel und Geplauder, ihrem Gezeter, Gekreische, mit ihrem Marktgeschrei.

Immer mehr in der Stille zu Hause sein, ihre Tiefe ausloten, ihre Konturen erforschen. Denn die Stille ist voller Leben, voller Welt. Sie hat nichts Ödes, Eintöniges. Doch sie lässt sich ihre Geheimnisse nicht entreissen. Vor Ungeduld flieht sie, vor neugierigen Blicken duckt sie sich.

Comments

  1. Selten, dass einer in der Stille zuhause ist. Ich bin dort auch oft und gerne. Aber dies ist eine ungewöhnlich gute Beschreibung. Danke dafür.

  2. Hallo Walter,
    deine Texte sind genial. Es ist nicht meine Art Menschen zu verherrlichen. Aber bei Dir muss ich mich beherrschen.
    Soviel Gefühl, Tiefe und Liebe. Das ist es was ich oft im alltäglichen Leben vermisse. Aber dafür bin ich natürlich auch selbst verantwortlich.
    Ich kann einfach nur noch Danke sagen.
    Christian

    • Lieber Christian

      Ja, bitte halt dich zurück – mit dem Verherrlichen. Es hilft nichts – weder dir noch mir …

      Und danke für den Zuspruch!
      Walter

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