Litblogs.net – ein Monitor für literarische Blogs

Literarische Blogs gibt es nicht wie Sand am Meer, zumindest nicht wirklich gute. Zugegeben: was ein guter oder weniger guter literarischer Blog ist, bleibt wohl eher der persönlichen Einschätzung überlassen. Das ist nicht wesentlich anders als mit Literatur in gedruckter Form: zwar gibt es sehr wohl objektive Qualitätskriterien, doch das Subjektive bleibt für den Genussleser ein entscheidender Faktor. Denn wenn mir ein Buch nicht gefällt, kann mich in den meisten Fällen auch ein noch so belesener Literaturpapst nicht wirklich vom Gegenteil überzeugen.

Banner von Litblogs.netUmso schöner, dass ich Litblogs.net entdeckt habe. Denn hier sind ein paar richtig gute literarische Blogs versammelt. Und es ist ein Einfaches, mit ihnen in Kontakt zu kommen – und zu bleiben. Litblogs.net ist eine Art Monitor für zurzeit rund zwanzig literarische Blogs. Titel, Herkunft und Alter aller neuen Beiträge werden auf der Hauptseite aufgelistet, wie man sich das von Blogs gewohnt ist: der aktuellste Eintrag zuoberst. Durch einen einfachen Klick kann man den Eintrag ansehen, ohne die Seite verlassen zu müssen, alternativ dazu aber auch, indem man den entsprechenden Blog in einem neuen Fenster öffnet. Selbstverständlich sind die Blogs auf einfache Art zugänglich, auch ohne dass gerade ein aktueller Beitrag aufgelistet ist. Ferner sind Kurzporträts der Blogbetreiber hinterlegt.

Überhaupt besticht Litblogs.net durch seine benutzerInnenfreundliche Technik. So gibt es am Fuss der Seite eine versenkbare Instrumentenleiste, wie ich sie noch nie gesehen habe. Sie erleichtert das Navigieren auf der Seite und stellt Such- und Übersetzungsfunktionen, aber auch Feed-Abos und Schnittstellen zu sozialen Medien zur Verfügung.

Doch das wichtigste sind die literarischen Blogs. Hier eine völlig subjektive Auswahl:

Aléa Torik: Das Tagebuch einer ehemaligen Studentin der Linguistik- und der Literaturwissenschaft und ambitionierten Schriftstellerin. Poetisch in Form und Inhalt, sorgfältig im Umgang mit der Sprache, berührend in seiner Offenheit.

logbuch isla volante: Der Besuch dieses Blogs ist wie ein Abstecher aufs Meer. Täglich wird ein Aquarell eingestellt, das vielfach hauptsächlich Wasser abbildet und trotzdem immer wieder eine Überraschung darstellt. Dazu Kürzesttexte. Ein Genuss in seiner Schlichtheit.

Visuelle Poesie: Anatol beeindruckt auf seinem Blog mit visueller Poesie durch die vielfältigen Ausdrucksmöglichkeiten im weiten Berührungsfeld von Sprache und bildender Kunst.

Particles: Der Blog von Andreas Louis Seyerlein hat etwas Verspieltes und ist nach meinem Empfinden hoch poetisch. Er ist Teil eines literarischen Gesamtkunstwerkes, das weit mehr ist als einfach “nur” Literatur in digitaler Form – statt auf Papier: ein multimediales Erlebnis, bei dem die Möglichkeiten der Netzkunst voll zum Tragen kommen – und das nicht in effekthascherischer Weise, sondern eben hoch poetisch, geradezu erschütternd zuweilen.

Comments

  1. Lieber Walter,

    vielen Dank für die Nennung und die einfühlsame Beschreibung meines Blogs. Ich habe das gerade zufällig entdeckt. Eigentlich müsste mein System mich informieren, wenn die Seite verlinkt wird, aber das klappt nicht. Ich weiß nicht, wo die Schraube sitzt, an der ich drehen muss und ich weiß auch nicht in welcher Richtung ich drehen müsste.

    Ich möchte viel mehr bei anderen Blogs lesen und kommentieren, aber ich schaffe das nicht. Wenn ich mein eigenes Monster gefüttert habe, reicht‘s mir meistens auch schon wieder. Ich sitze sowieso den ganzen Tag am Computer.

    In sechs Wochen geht’s nach Hause, zu Mama und Papa, nach Siebenbürgen in Rumänien. Urlaub auf dem Bauernhof. Sozusagen. Mein Opa freut sich schon auf mich, da kann ich ihm bei der Arbeit helfen, aber eigentlich will ich bloß lesen.

    Herzlich
    Aléa

    • Liebe Aléa

      Bin schon ganz zufrieden, wenn du dein Monster fütterst … Ab und zu schaue ich vorbei und lasse mich gerne von deinen Sprachbildern entführen. Schön, dass du einen Opa hast, der sich auf dich freut, auch wenn es vielleicht nicht ganz uneigennützig ist. Opas auf dem Bauerhof sind halt so. Sie haben ihr Leben lang nichts als Arbeit gekannt. Ihre Liebe drückt sich gleichsam in Arbeit aus.

      Und lass bloss den Computer zuhause! Der ist allergisch auf Heustaub und braucht auch mal Urlaub. Und vielleicht reagiert er danach – erholt wie er ist – wieder von selbst auf Pingbacks.

      Herzliche Grüsse
      Walter

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: