Samstag in der Stadt

Samstag in der Stadt. Wegen dem Bedürfnis auf Begegnung mit Menschen, ohne auf einen bestimmten zu zielen. Die Möglichkeit, jemandem Bekannten über den Weg zu laufen – oder auch jemanden kennenzulernen – und etwas Ungeplantes daraus entstehen zu lassen, verführt mich immer wieder zu diesem „sozialmechanischen“ Verhalten, das meistens doch nicht hält, was es verspricht. Stattdessen eine Art Einsamkeit im Getümmel, die allerdings auch ihren Reiz hat. Stattdessen bald auch das Bedürfnis nach der Ruhe auf dem offenen Feld meines Zuhauses, wo ich mich nach kurzer Zeit wieder nach dem Getümmel sehne, nach der offenen Möglichkeit, doch wieder eine berührende Menschenbegegnung zu haben. Dieses mechanische Hin und Her im Sozialen treibt mich schon länger um und ist doch irgendwie totgelaufen, nicht mehr befriedigend, nicht mehr wirksam. Konsequenterweise müsste an die Stelle echtes Alleinsein treten, zumindest eine Zeitlang. Die ausgetretenen Pfade, die nur noch eine schale Scheingeborgenheit vermitteln, sollte ich verlassen, um der Wahrhaftigkeit willen – und damit ich neue Wege gehen kann.

Comments

  1. haxtholm says:

    Versuch mal folgendes. Besuch ein gut frequentiertes Cafe und lass Dich dort etwas verwöhnen, mit Kuchen, Eis, Kaffee oder sonstigem. Und dann nimm Dich zurück und leb mit den Menschen, die dort sitzen. Da nimmt man einiges wahr, was man selber nicht hat. Kinder spielen oder kreischen, Erwachsene zanken oder halten Händchen, Gesichter aller Art, hübsche Menschen und weniger hübsche. Ich mach das so im Urlaub, weil ich dann richtig die Musse dazu hab. Hat mich immer sehr befriedigt, dieses Menschen-Schauen. Gehört wohl in die Kategorie „Kafeehaus-Kultur“…

    • Kenn ich – und schätz ich sehr. Deswegen gehe ich zum Beispiel immer wieder gerne an den samstäglichen Flohmarkt in unserer Stadt. Nicht wegen der vielen Dinge – wegen der Menschen. Und zuweilen gebe ich mich ganz der Berufung des Stadtwanderns hin, lasse mich faszinieren von den vielfältigen Gestalten und Gesichtern, die in mir sogleich Dramen und Komödien aufblitzen lassen. Aber auch die Orte unserer wunderbaren Stadt atmen Geschichte – und Geschichten.

      Ja, diese Sich-zurück-Nehmen, das du erwähnst, dieses Sich-ganz-in-die-Umgebung-Hineinversetzen ist eine schöne Sache, vorallem auch, wenn es mit einer Art innerer Stille verbunden ist. Das ist eigentlich etwas, das nicht nur in den Urlaub gehört, sondern auch in den Alltag ausgedehnt werden könnte – meines Erachtens zum Vorteil für alle Beteiligten … Und diese „Hingabe“ an die Umgebung lässt sich nicht nur mit Menschen praktizieren, sondern auch mit Dingen – und vor allem mit der Natur. Ich hatte mal – in einer Sternstunde – das Erlebnis, ganz Wasser zu werden, als ich die Wellen eines ziemlich hochgehenden Flusses beobachtete.

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