Horizonterweiterung

Bin ich Basler, Schweizer, Europäer, Weltbürger? Mit all diesen Lebensräumen verbindet mich eine teils romantische, teils bewusste Beziehung. Je nach Anlass empfinde ich mich als Teil der einen oder anderen Sphäre, und der Horizont wird dabei wechselweise weiter oder enger. Am liebsten ist mir, wenn der Horizont ganz weit ist. Das kann durchaus über die reine Erdensphäre hinaus gehen. Dabei verändert sich mein Selbstbewusstsein beträchtlich. Während ich als Basler durchaus ein Mensch von Fleisch und Blut bin, erlebe ich mich, wenn ich Weltbürger bin, als moralisches und in Bezug auf den Kosmos als spirituelles Wesen, das sich nach der Rückkehr in die Weite sehnt. Doch muss ich dazu Basel, die Schweiz, Europa, „die Welt“ hinter mir lassen?

Man sagt, das Leben einiger Astronauten hätte sich grundlegend verändert, nachdem sie die Erde aus dem All betrachtet hätten.

 

Comments

  1. Ich kann mir vorstellen, dass es nicht nur einige Astronauten betraf. Als die ersten Bilder der Erde aus dem All veröffentlicht wurden, quasi als endgültiger, nicht nur theoretischer Beweis, dass die Erde eben nicht flach ist, stellte sich wohl bei vielen eine Bewusstseinsveränderung ein, die dann auch zu den Ereignissen von 1968 beigetragen haben mag. Auch Heidegger sprach (1966) von seinem Schock über die Bilder im Zusammenhang mit der „Entwurzelung“ der Menschen. So wurde einem Biologismus endgültig und im wahrsten Sinne des Wortes der „Boden“ entzogen und das historische Verdikt von 1945 bekräftigt. Die technologische Evolution hat die biologische abgelöst.

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