wildwuchs – das Kulturfestival für solche und andere

Vom 27. Mai bis 5. Juni 2011 findet in Basel das wildwuchs-Festival statt, ein zehntägiges Kulturfest von und mit Menschen mit unterschiedlichsten Behinderungen. Mit Hilfe von Theater, Musik, Tanz, Malerei, Fotografie, Film und Literatur wird ein besonderer und vielfältiger Begegnungsraum geschaffen, „abseits der Norm und des politisch Korrekten, völlig daneben und doch mittendrin“. – Einige grundsätzliche Überlegungen und eine herzliche Empfehlung.

Wenn Menschen mit Behinderung künstlerisch tätig sind, hat das nicht selten den Ruch von therapeutischen Bemühungen – mit Betonung auf Bemühungen … Es ehrt zwar das Therapiekonzept, wenn das Künstlerische einbezogen ist. Doch kann die Kunst darunter leiden. Sie wird zum Instrument und ist nicht selten eher Ausdruck der Therapieform – oder der Therapeutin, des Therapeuten – denn des Therapierten selbst. Es kann indes durchaus vorkommen, dass im Fortgang der Therapie die betroffene Person zu einem echten, ureigenen künstlerischen Ausdruck kommt, so dass nicht nur therapeutisch, sondern auch künstlerisch einiges gewonnen ist.

Hier, wo die authentischen Kunst beginnt, setzt wildwuchs, das Kulturfestival für solche und andere, an – und geht weit darüber hinaus: KünstlerInnen aus aller Welt zeigen ihre teils skurrilen, teils poetischen Tanz- und Theaterproduktionen, Musikensembles konzertieren, so dass man bald kaum mehr still sitzen kann. Zirkus, Bilderausstellung, Lesungen – das Angebot in diesen zehn Tagen ist schier unendlich und garantiert fernab des Mainstreams.

Hier eine kleine Auswahl in Bildern:

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Jinenjo Club, Tsukuba City (J)

Dengaku Mai (Tanz im Reisfeld)

Die Tänzer und Tänzerinnen kommen aus Japan. Dort leben sie zusammen, malen, tanzen und pflanzen Reis. Sie tanzen für uns japanisch und trommeln wild dazu.


Compagnie Beau Geste, Val de Reuil (F)

Transports Exceptionnels

Ein Bagger und ein Mensch tanzen miteinander. Eine Liebesgeschichte!


Créahm Région Wallonne, Liège (B)

Le Cirque Ouille

Die Clowns machen Kunststücke. Sie jonglieren und zaubern. Sie reden mit Gesicht und Händen. Verrückt und witzig!


Fotos: © Dominik Labhardt

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Neben den internationalen, renommierten Produktionen gibt es im Rahmen des Schaugartens eine Art Förderprogramm für „Theaterensembles, Chöre und Bands, die innerhalb von Institutionen oder als freie Ensembles eine kontinuierliche künstlerische Arbeit mit Solchen und Anderen leisten und sich dabei stetig weiterentwickeln“. All diese Projekte stammen aus der näheren und weiteren Umgebung von Basel und sind einem inklusiven Impuls verpflichtet, streben also nach einer möglichst uneingeschränkten Teilhabe der Menschen mit Behinderung (besser: mit besonderen Bedürfnissen) an der Gesellschaft – eben zum Beispiel mit den Mitteln der Kunst.

Doch nicht genug! Unter dem Namen Die Baustelle gibt es auf dem Basler Kasernenareal eine Art Marktplatz der unverhofften Begegnungen und des Zusammenseins mit Bistro und Bar, mit offenen Ateliers und Räumen des Gesprächs, zum Beispiel der Artbox, die zugleich künstlerische Installation, Kleingalerie und Raum für Gespräche am runden Tisch ist. Wichtige Aussagen dieser Gespräche erscheinen aussen, an der Fassade, als Schriftzug, und an der Box angebrachte Ohren fordern dazu auf, von aussen hineinzulauschen.

Hinzu kommen Workshops, ein Podiumsgespräch, Stadtrundgänge zum Thema Behinderung (Stolpersteine – Streifzug Behinderung), eine Disco und, und, und … Zum 10-Jahr-Jubiläum haben die Veranstalter keinen Aufwand gescheut und ein vielfältiges, äusserst farbiges Programm zusammengestellt. Doch das wichtigste: Es wird ein grosser, vielfältiger Raum für Begegnungen geschaffen – für Begegnungen für solche und andere.

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Für weitere Informationen, das genaue Programm und Ticket-Reservierungen einfach auf untenstehendes Signet klicken: ((Link nicht mehr verfügbar))

Comments

  1. Super, ich liebe alles, was nicht ganz nach Schema F verläuft. Dieses Festival scheint dazu zu gehören.

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