Die letzten Tage in Indien

Die zehn Tage in Kerala hatten es in sich. Das war eine kräftige Portion «real India» – und ganz schön anstrengend. Immerhin sind wir knapp 2’000 Kilometer gefahren. Das sind 4’000 gefühlte indische Kilometer, wenn man den Strassenzustand und die Tatsache bedenkt, dass jedes Dorf, jede Stadt, ausser vielleicht die grössten Städte, durchquert werden müssen, was zuweilen ein geradezu abenteuerliches Unterfangen ist. Hinzu kommen bestimmt etwa hundert Kilometer, die ich mit dem Trac unterwegs war, wenn nicht mehr – allein in Kerala wohlverstanden, gesamthaft ist es ein Vielfaches. Die Distanz alleine macht es allerdings nicht aus. Vielmehr ist es die Intensität, die Ballung des indischen Lebens: der Menschen, der Farben und Gerüche, der Schönheit – und der Hässlichkeit, des Verkehrs in den Städten und, und, und …

Es ist deshalb wunderbar, dass ich die letzten Tage ziemlich ruhig verbringen kann: im Quiet Healing Center – nicht eigentlich ein Wellnesshotel, vielmehr wirklich ein Therapiezentrum mit angegliederten Guesthouses, allerdings beides in aurovillianischer Art. Was das heisst? Es hat Stil … Direkt am Meer gelegen, bietet das Healing Center Therapien (und Kurse für angehende Therapeuten) in einer unglaublichen Vielzahl an – verschiedene Massagen, Wassertherapien, darunter Watsu, das ich besonders schätzen gelernt habe, bis hin zur herkömmlichen Physiotherapie und klassischen Homöopathie –, all dies ausgeübt durch ausgezeichnete TherapeutInnen.

Die Bungalows sind auf einem grossen Gelände verstreut und bieten unterschiedlichen Komfort. Hier eine Auswahl:

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Ich selber wohne in einem etwas moderneren Gebäude mit vier Wohneinheiten (ein Raum + grosszügiges Bad mit WC und Dusche). Die Einheiten im Parterre sind komplett ohne Stufen zugänglich und recht rollstuhlgängig, vielleicht nicht nach Norm, doch für meine Bedürfnisse ausgezeichnet. Bei der Dusche kam und kommt mir eine indische Besonderheit zugute: Da Duschkabinen viel zu teuer sind, ist auf der einen Seite der meisten Badezimmer einfach ein Ablauf eingelassen. So brauche ich nur einen wasserdichten Stuhl zu organisieren, meistens aus Plastik, und kann problemlos eine Dusche nehmen – ein Segen bei dieser Hitze! Hier also wohne ich:

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Und so sieht es vor der Haustüre aus, im Hintergrund die Meeresweite:

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Hier verbringe ich also meine letzten Tage in Indien. Zum Abschied werde ich ein kleines Gitarrenkonzert kredenzen, zu denen ich Menschen eingeladen habe, die ich in den beiden Monaten näher kennen gelernt habe.

Und dann: Adieux Murugan! Adieux Alex! Adieux Susmita! Adieux Mutulaksmi! Adieux Sivakumar! Adieux Indien! Werde ich je wiederkommen?

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