Journalismus vom Feinsten: Republik

Das Online-Magazin Republik nahm seinen Anfang vor gut zwei Jahren in der Folge einer spektakulären Crowdfunding-Aktion, die innerhalb eines Monats 3,4 Millionen Schweizer Franken zusammenbrachte. Das neue Magazin war als Beitrag zur Medienvielfalt gedacht: unabhängig, werbefrei und kompromisslos in der Qualität. Seit Anfang 2018 betreibt nun Republik Journalismus, der begeistert.

Am Anfang stand die schiere Tristesse ob dem Trauerspiel, das die Medienlandschaft in den letzten Jahrzehnten nicht nur, aber auch in der Schweiz prägte: Immer weniger finanzielle Ressourcen standen für unabhängigen Journalismus zur Verfügung, Presse, Rundfunk und Fernsehen konzentrierten sich zunehmend in der Hand weniger Medienhäuser, Journalismus und Kommerz verschränken sich immer mehr. Keine Frage: Die Medien als unabhängige vierte Gewalt im Staat werden durch solche Entwicklungen in Frage gestellt. Und damit droht unserer Demokratie der Sauerstoff auszugehen, indem etwa der gesellschaftliche Diskurs einseitig wird und verarmt.

Hier Gegensteuer zu geben, ist eine wichtige Triebfedern für die Entstehung des digitalen Magazins Republik. Dazu ist es auch notwendig, ein neues Geschäftsmodell zu entwickeln, das unabhängigen Journalismus erst ermöglicht – und im Fall der Republik die LeserInnen zu MitbesitzerInnen macht und so aus der passiven Rolle der reinen MedienkonsumentInnen befreit. Die Mitglieder, die Verlegerinnen und Verleger im Wortgebrauch der Republik, werden denn auch echt ernst genommen, transparent informiert und entscheiden in manchen Belangen mit. Die Community ist das wahre Kapital der Republik und wird entsprechend gepflegt.

Gediegene Diskussionskultur

Ganz offensichtlich ist das ein Erfolgsmodell. Inzwischen besteht die Republik seit zwei Jahren und hat einigen Staub aufgewirbelt, etwa mit einem investigativen Meisterstück zu einem Baukartell im Kanton Graubünden oder einem Interview mit dem Uno-Sonderberichterstatter für Folter zum «Fall Assange». Der Themenmix ist vielfältig und geht weit über den schweizerischen Tellerrand hinaus: Brisante Recherchen, erhellende Analysen und spannende Debatten prägen das Magazin. Und die Diskussionen und Debatten finden auf so hohem Niveau statt, dass sie eine echte Bereicherung darstellen und das breite Wissen und die Erfahrung der Leserschaft nutzbar machen. Hier lebt eine Diskussionskultur, die man in den meisten Onlinemedien vergebens sucht. Die Zahl der VerlegerInnen ist inzwischen auf über 20’000 gestiegen. Sie alle sind bereit, für guten Journalismus jährlich 240 Schweizer Franken (und mehr) zu bezahlen. (Wer gute Gründe hat, bekommt Ermässigung.)

Die Webseite ist ästhetisch ansprechend und schlicht gestaltet. Unter der Haube, also punkto Bedienbarkeit bleiben kaum Wünsche offen.  Immer wieder findet man als Leser neue, oft auch überraschende Funktionen, die das Lesen einfacher und vergnüglicher machen. So kann man sich zum Beispiel Artikel für später vormerken oder auf Wunsch eine automatische Lesezeichenfunktion aktivieren, die einen zur Stelle innerhalb eines Artikels bringt, wo man zuvor die Lektüre unterbrochen hat. Bereichernd ist auch das experimentelle Spiel mit unterschiedlichen Formaten wie Audio, Video, Grafiken und einer Auswahl mehrerer Newsletter. Was sich nicht bewährt, wird aussortiert, was Anklang findet und nützlich ist, weiterentwickelt.

Schreckensmomente

Obschon das Team von Republik vieles, ja, fast alles gut macht, wurde die Verlegerschaft im Dezember letzten Jahres in Angst und Schrecken versetzt: Um wirtschaftlich stabil zu werden und eine realistische Zukunft zu haben, musste die Anzahl der AbonnentInnen deutlich gesteigert und zusätzliches Kapital in Form von Spenden generiert werden. Andernfalls «werden wir am Nachmittag des 31. März [2020] für sämtliche Mitarbeitenden der Republik die Kündigung aussprechen. Und danach das Unternehmen geordnet auflösen».

Schon heute zeichnet sich allerdings ab, dass die Steilkurve erfolgreich genommen werden kann und somit die Republik weiterbestehen wird. Ein wichtiger Schritt ist damit getan, der nicht nur für die Leserschaft Bedeutung hat. Zu den über 40’000 Augen der VerlegerInnnen kommen bestimmt Zigtausende hinzu, die mit Spannung von aussen beobachten, ob die Republik als Medienmodell für die Zukunft etwas taugt.

Neue VerlegerInnen sind willkommen, Teil dieses Abenteuers zu werden.

(Bitte auf Logo klicken!)

Auf Wunsch verhelfe ich meinen Leserinnen und Lesern gerne zu einem 14-tägigen Probeabonnement. Einfach via Kommentarfunktion (öffentlich) oder über das Kontaktformular (geschützt) melden! S’hett, solang’s hett.

 

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