Postkarte aus dem winterlichen Arlesheim

Es liegt kein Schnee in Arlesheim. Doch das Sonnenlicht scheint grell und schräg über die Dächer, zeichnet Schattenbalken auf die Fassaden und treibt die Krähen in Wolken über den Himmel. Das Dorf zu Basel ist in Adventskalenderstimmung. Aus den Kaminen steigen weisse Rauchfontänen in den silbernen Himmel. Bald schon sinkt die Sonne. Ihr frostiges Licht taucht den Abendhimmel in eine zartgelbe Glut, die schüchtern für einen kurzen Augenblick feuriger wird. Dann glitzert die Nacht.

Wen es jetzt nach draussen zieht, muss ein Romantiker sein. Ich bleibe zu Hause und staune ob der Hinfälligkeit unserer Tage. Das Adventskalendertürchen schliesst sich über Arlesheim.


Bild: «Arlesheim_122» von Saurabh Chatterjee, CC-Lizenz via flickr

Nach dem langen Schweigen – und um nicht zu verstummen

Seit bald einem halben Jahr habe ich mich nicht mehr gemeldet. Das ist noch nie vorgekommen in den knapp zehn Jahren, die dieser Blog besteht. Ohne klärende Worte, ohne Abschied! Ich habe euch einfach sitzen lassen …

Doch es geschah nicht ohne Not. Das letzte halbe Jahr war voller Verunsicherung und Ungewissheiten. Was will ich mit meinem Schreiben noch? Und was mit meinem Leben? Zudringliche Rückenschmerzen und Schwierigkeiten mit der Atmung gaben diesen Fragen zusätzliches Gewicht. Bleibt mir ein nennenswertes Leben vor dem Tod? Solche Fragen stellten sich mir in den letzten Monaten – allerdings ohne Tragik und ohne dass die Lage je aussichtslos war. Der bittere Kelch ging an mir vorbei.

Nicht dass ich endgültige Antworten auf die Fragen gefunden hätte. Doch sie sind leiser geworden, nicht mehr so drängend. Sie haben ihren Stachel verloren, nicht zuletzt auch, weil es mir inzwischen gesundheitlich deutlich besser geht und die Lebensfreude zurückgekehrt ist. Was für ein Glück!

Was das Schreiben betrifft, weiss ich auch nicht viel mehr als vor der Schaffenskrise. Aber ich weiss, dass ich weiterschreiben will. Immerhin! Es stand tatsächlich die Frage im Raum, ob ich mit dem Schreiben nicht auf das falsche Pferd setze und ob ich meine Zeit nicht mit einer sozialverträglicheren Tätigkeit verbringen soll.

Ich werde also nicht verstummen. Ich kann nicht anders, als mich schreibend in dieser Welt zu orientieren. Ich kann nicht anders, als um redlichen Ausdruck zu ringen, mal in Form einer poetischen Anwandlung, mal mit einem deftigen politischen Text, mal mit einem autobiografischen Versuch, mal mit einer kritischen Analyse. Und für ein solches Sammelsurium ist der Blog geradezu ideal.

Danke für euer Interesse und eure Treue!

Erhöhtes Sterberisiko für MigrantInnen auf der zentralen Mittelmeerroute

Laut einem Bericht der Internationalen Organisation für Migrationn (IOM) sind die absoluten Zahlen der dokumentierten Toten und Vermissten auf der zentralen Mittelmeerroute zwar zurückgegangen. Trotzdem ist das Sterberisiko entlang dieser Route deutlich gestiegen. Den Bericht gelesen hat Icíar Gutiérrez. Übersetzung aus dem Spanischen: Walter B.

Da sie es leid waren, weiter zu warten, entschieden sie sich, den Rio Bravo zu durchqueren, um in die USA zu gelangen. Das Bild der leblosen Körper von Óscar Ramírez und seiner 23 Monate alten Tochter Valeria[1] ist zu einem weiteren Symbol für die Tragödie an den Grenzen geworden. Ihre Namen reihen sich ein in eine Liste von Tausenden Migrantinnen und Migranten, die auf der Suche nach einem besseren Leben ihr Leben veloren haben. Allerdings haben nicht alle einen Namen, die auf der Liste stehen. Ihre Körper wurden entweder nicht aufgefunden, ihre sterblichen Überreste nicht identifiziert, oder sie erscheinen gar nicht in den Erhebungen zu den Todesfällen.

Seit 2014 sind laut einem Bericht des Global Migration Data Analysis Centre der Internationalen Organisation für Migration (IOM) vom Juni 2019 weltweit mehr als 32’000 Personen bei ihrem Versuch zu emigrieren ums Leben gekommen oder verschwunden. Fast 1’600 davon, insgesamt 1’593, waren Minderjährige.

Hohe Dunkelziffer

Die Unterorganisation der Vereinten Nationen gibt allerdings zu bedenken, dass «diese Zahlen wahrscheinlich sehr viel tiefer sind als die tatsächliche Anzahl der Toten», da es viele Todesfälle und Verschwundene gebe, von denen man nie erfährt, da viele Leichen nie gefunden oder identifiziert werden. «Das hat verschiedene Gründe: zum einen weil die Todesfälle in entlegenen Regionen geschehen, zum anderen weil die lokalen Behörden die Erhebung solcher Daten nicht so wichtig nehmen oder ihnen dafür die nötigen Mittel fehlen», stellt die IOM fest.

Die Fachorganisation macht darauf aufmerksam, wie notwendig es ist, die Erhebung der Daten über die Todesfälle und das Verschwinden solcher Personen zu verbessern, insbesondere von Minderjährigen, auf welche die IOM ihr besonderes Augenmerk legt. «Das Verschwinden oder der Tod von Mädchen und Jungen auf ihrem Weg in die Emigration muss uns allen Sorge bereiten», betont Ann Singelton, die Mitherausgeberin des Berichts. «Es ist dringend nötig, eine empirisch fundierte Politik und entsprechende Programme zu entwerfen und umzusetzen, damit diese Todesfälle verhindert und Migrantenbuben und ‑mädchen geschützt werden können», betont die leitende Forscherin der Universität Bristol.

Betrachtet man die verschiedenen Regionen, so bleiben die Migrationswege über das Mittelmeer die tödlichsten. Zwischen 2014 und 2018 starben mehr als 17’900 Personen bei ihrem Versuch, dieses irregulär zu überqueren. Nach den Angaben der IOM blieben in diesen letzten vier Jahren die sterblichen Überreste von fast 12’000 ertrunkenen MigrantInnen ungeborgen.

«Es gibt viele Herausforderungen bei der Dokumentation der Todesfälle und Vermissten unter den MigrantInnen, die das Mittelmeer überqueren», schreiben die AutorInnen des Berichts. «Auf den Meeresrouten findet man oft keine Leichen. (…) Die einzigen verfügbaren Informationen stammen häufig von den überlebenden MigrantInnen. Allerdings können diese Angaben schwanken und sind schwierig zu überprüfen», unterstreicht die internationale Organisation, die in diesem Zusammenhang darauf hinweist, dass die von den NGOs gesammelten Angaben eine wertvolle Informationsquelle darstellen, wo offizielle Quellen begrenzt sind. Diese Woche hat die Gruppe «Caminando Fronteras» angeprangert, dass nur ein Viertel der sterblichen Überreste der 1’020 MigrantInnen geborgen wurden, die im Laufe des Jahres 2018 und der ersten vier Monate dieses Jahres bei ihrem Versuch, irregulär nach Spanien zu gelangen, umgekommen sind.

In Amerika wurde an der Grenze zwischen Mexiko und den Vereinigten Staaten seit 2014 eine steigende Zahl von Toten verzeichnet – bei einer Gesamtzahl von 1’907 Toten und Vermissten in den letzten fünf Jahren. In Asien rechnet man mit fast 2’200 Personen, die im Südosten des Kontinents umgekommen sind, davon mindestens 1’723 moslemische Rohingyas, die in Myanmar verfolgt werden. Der Mittlere Osten verzeichnet in diesem Zeitraum 421 Tote, die Mehrzahl, nämlich 145, im Jahr 2018.

Das Mittelmeer ist am gefährlichsten

Die IOM betont, dass zwischen 2017 und 2018 die Zahl der dokumentierten Toten und Vermissten weltweit von 6’280 auf 4’734 gesunken ist. Der Hauptgrund für diesen Rückgang liegt bei der geringeren Anzahl von Migrantinnen und Migranten, die über die zentrale Mittelmeerroute die italienischen Küsten zu erreichen versucht. Gemäss den Angaben sank diese Zahl von 144’000 im Jahr 2017 auf weniger als 46’000 im 2018.

Trotzdem gibt die Organisation – ebenso wie andere Organisationen der UNO, zum Beispiel das UNHCR (Hochkommissariat für Flüchtlinge) – zu bedenken, dass das Sterberisiko, die Todesrate entlang dieser Route im 2018 zugenommen hat, also dem Jahr, als Italien seine Häfen für Seenot-Rettungsschiffe geschlossen hat. «Selbst die zurückhaltendsten Schätzungen gehen davon aus, dass eine von 35 Personen, die das Zentrale Mittelmeer überquerten, im 2018 umgekommen ist, verglichen mit einer von 50 im Jahr 2017», heisst es.

Anderseits richtet die IOM ihre besondere Aufmerksamkeit auf die Zunahme der dokumentierten Todesfälle entlang der Route des westlichen Mittelmeers, die nach Spanien führt. Diese Zahl schoss im letzten Jahr in die Höhe, von 224 im Jahr 2017 auf 811 im 2018, und zwar in dem Masse wie auch die Anzahl Personen stieg, welche diesen Weg übers Mittelmeer nahmen, um nach Europa zu gelangen.

Bessere Erhebung der Todesfälle und Vermissten

Im Bericht wird daran erinnert, dass es «oft schwierig ist, Angaben über vermisste MigrantInnen, aufgeschlüsselt nach ihrem Alter, zu bekommen». Die IOM möchte ihre Erhebungen zu den Todesfällen und den Vermissten unter MigrantInnen, darunter jene von Minderjährigen, auf globaler Ebene ausbauen, «mit dem Ziel, gerade aus jenen Quellen und Regionen, aus denen bisher ziemlich spärlich Informationen flossen, vermehrt Daten zu erhalten».

Als eine der Massnahmen, um die Datenerhebungen zu verbessern, werden die lokalen, regionalen und nationalen Behörden aufgefordert, «die Angaben über Todesopfer auf den Migrationswegen zu vereinheitlichen und öffentlich zu machen». «Die nationalen Regierungen können mehr tun, um Todesfälle zu verhindern und jene zu registrieren, die geschehen», unterstreicht die Fachorganisation.

Ebenso empfiehlt sie, die neuen Technologien zu nutzen, um die Erhebung der Fallzahlen zu verbessern, und legt dabei ein besonderes Augenmerk auf die Zusammenarbeit mit den Organisationen der Zivilgesellschaft sowie den Verwandten der vermissten MigrantInnen. «Diese können eine Quelle von Informationen sein, die sich erst noch einfacher verifizieren lassen.» Hierbei wird betont, dass es zudem für den Umgang mit dem Schmerz, den jede Tragödie an den Grenzen bei den Verwandten hinterlässt, hilfreich sein kann, wenn man weiss, was seinen Liebsten zugestossen ist. «Wenn die Angehörigen der Verschwundenen bei der Erhebung und Verifizierung der Daten mitwirken können, kann ihnen das helfen, mit dem Verlust fertig zu werden.»


Anmerkungen:

[1] Das Bild ging um die Welt und braucht hier nicht nochmals gezeigt zu werden. Wer es sehen will, kann die Suchmaschine seines Vertrauens in Gang setzen.

Bildnachweis: «Rettungseinsatz 28.5.2016 Seawatch 2» von Brainbitch, CC-Lizenz via flickr

Das spanische Original des Textes ist auf eldiario.es erschienen.

Brief an S

Liebe S

Machst du dir auch Sorgen um die Zukunft – nicht um deine persönliche Zukunft, sondern um die Zukunft der Menschheit oder, etwas konkreter, um die Zukunft unserer Kinder?

Wir sind ja in einem Alter, das uns eine gewisse Grossmut abverlangt, wenn wir an unsere eigene Zukunft denken. Der Tod rückt langsam, aber in immer grösseren Schritten näher. Einen guten Teil unseres Lebens haben wir hinter uns. Es war nicht so übel, unser Leben. Wir hatten keinen Krieg, mussten nicht ums Überleben kämpfen, und in unseren jungen Jahren herrschte Aufbruchstimmung. Eine andere, bessere Welt schien möglich. Wir waren Teil dieses Aufbruchs, schufen, wenn auch in bescheidenem Rahmen, neue, alternative Lebenswirklichkeiten.

Uns Nachachtundsechzigern öffnete sich im späten zwanzigsten Jahrhundert ein Spielraum, wo wir uns ungestraft den Moden und Deformierungen der Zeit, ja den Zwängen entziehen konnten. Dessen schlimmste Auswüchse haben wir gar bekämpft. Dennoch haben wir, so glaube ich, angesichts der grossen Freiheiten, die wir hatten, den Ansprüchen nicht genügt. Sonst müssten wir heute nicht auf eine Welt blicken, die aus dem Ruder zu laufen scheint und das Menschsein geradezu verhöhnt. Es ist das, was mir zugleich Sorgen macht und mich auch beschämt: Was für eine Welt hinterlassen wir den nächsten Generationen – obschon wir in unserer Jugend und auch später auf die Strasse gegangen sind, um Umweltschutz einzufordern, Kriege zu verhindern und für eine menschenfreundliche Welt einzustehen. Wo und warum haben wir gefehlt? Weshalb konnten wir das Ruder nicht herum reissen, obschon die Voraussetzung dafür gut waren, besser jedenfalls als heute?

Erreicht haben wir wenig. Eine Zeitlang in den 1980er und frühen 1990er Jahren sah es so aus, als wäre eine Wende hin zum Besseren möglich. Dann drehte der Wind. Bald empfanden wir schmerzlich, wie die emanzipatorischen Kräfte und Bewegungen ins Stocken gerieten, ihr solidarischer Schwung, der so belebend war und begeisternde Kraft verlieh, erlahmte und viele Bewegte wieder zurück sanken und fortan hauptsächlich um das eigene Fortkommen und das ihrer inzwischen gegründeten Familien bemüht waren. Die Lebenskreise verengten sich wieder. Der Egoismus auf persönlicher wie gesellschaftlicher Ebene trat seinen Siegeszug an und ist heute eine der wichtigsten Grundlagen unserer Gesellschaften – und Ursache von deren Verrohung.

Viel zu wenig haben wir in den letzten zwei Jahrzehnten getan, um der Barbarisierung der Gesellschaft und des Wirtschaftsystems entschieden eine kompromisslose Menschlichkeit entgegenzusetzen, zu wenig angesichts der misslichen Lage der Menschheit und des Planeten, zuwenig aber auch angesichts unserer Ansprüche und unserem Sehnen. Und nun haben wir den Salat. Es wäre nicht verwunderlich, wenn unserer Generation dieses Versagen dereinst, und das müsste bald sein, kräftig um die Ohren gehauen würde.

Doch das ist es nicht, wovor ich Angst habe. Beunruhigen tut mich eher die Frage, ob noch Zeit bleibt, das Steuer herumzureissen, um nicht in eine zynische, menschenverachtende Endzeit des sinnlosen Krieges aller gegen alle zu versinken, die ich selbst in vollem Ausmass wohl nicht mehr erleben werde – aber unsere Kinder und Kindeskinder.

Das macht mir echt Sorgen. – Doch Sorgen sind wenig hilfreich, Ängste sind für die Katz. Was bleibt zu tun, damit das Versäumte wieder gutzumachen ist, liebe S?

Natürlich: der unermüdliche Kampf für eine bessere Welt, gegen das Hässliche, die Lüge, die Bosheit … Selbstverständlich! – Allerdings haben wir schon so viele Kämpfe gegen einen vermeintlichen oder tatsächlichen Feind an uns vorbeiziehen sehen, dass ich an einen Kampf in dieser Form nicht mehr glauben mag. Das Konzept «Kampf gegen …» hat sich nach meinem Dafürhalten verbraucht und letztlich wenig gebracht. Hilfreicher ist vielleicht der «Einsatz für …»: Besser als gegen das Hässliche anzugehen, ist es womöglich, das Schöne zu befördern. Und wenn wir die Lüge zu widerlegen versuchen, hinken wir ihr ständig einen Schritt hinterher. Lasst uns besser für die Wahrheit einstehen! Schliesslich: Statt gegen die Bosheit zu kämpfen – ein endloser Kampf ohne viel Hoffnung auf Erfolg –, sollten wir für das Gute einstehen. Wir haben ja sonst nichts.

Siehst du das auch so, liebe S? Oder siehst du es ganz anders? Ich freue mich auf deine Antwort.

In Verbundenheit – Walter

Das weisse, unbeschriebene Blatt

Das weisse, unbeschriebene Blatt als Faszinosum, als offenes Fenster hinaus auf eine Landschaft, die erst noch entstehen muss und die es genau so noch nie gegeben hat. Mit dem ersten Wort, dem ersten Satz gebe ich dieser Landschaft eine Farbe, setze vielleicht ein paar dunkle Steine auf einen Talboden, nicht kantig, sondern vom Wasser über Jahrtausende gerundet. Liegen die ersten Steine, folgt in einer gewissen Logik der Wasserlauf, der sich zwar immer wieder neue Wege bahnt, aber im Talboden gefangen bleibt und nicht bergauf fliessen wird. Dann die Bergflanken, steil und scheckig mit saftigen Wiesen und schwarzen Waldpartien, aufstrebend bis zu den baumlosen Gipfeln. Irgendwo tost ein Wasserfall, der nicht zu sehen ist. Mit ein paar kräftigen Sätzen sind auch die Bewohnerinnen und Bewohner dieser zeitlosen Landschaft eingeführt: Nachfahren von Bauernfamilien, die vor Jahrhunderten in sicherem Abstand zum Bergbach ein kleines Dorf gegründet hatten, das heute nicht viel grösser ist als zu jener Zeit. Damals wie heute haben das raue Klima und die steilen Hänge die Gesichter der Dorfbewohner geformt, ihre Rücken gebeugt und die Hände schrundig werden lassen.

Es war nicht der erste Fremde, der sich in dieses Hochtal verirrte. Doch sein Erscheinen und vor allem sein Bleiben sollten die Dorfgemeinschaft in ihrer über Jahrhunderte gewachsenen Grundfeste erschüttern. Der Fremde tauchte ein erstes Mal an einem jener Herbsttage auf, wo tiefe Wolkenfetzen den grauen Bergflanken entlang strichen und der Ruf des Steinadlers für lange Zeit ein letztes Mal zu hören war. Einer der Dorfbewohner gab später zu Protokoll, er habe an eben jenem Tag zuoberst im Tal ein Wolfsrudel gesichtet, was jahrzehntelang nicht mehr vorgekommen war.

***

Die ersten Pinselstriche auf dem weissen Blatt sind also getan. Aus der unendlich vielgestaltigen Leere ist eine neue Welt geboren, grob skizziert zunächst. Und noch ist unklar, ob daraus wirklich eine Erzählung wird – oder ein Roman. Oder ob das Blatt, wie so manches vor ihm, in einer meiner geduldigen Schubladen landen und dort verblassen wird. Ein neues weisses, unbeschriebenes Blatt liegt jedenfalls schon bereit.

Bild: «Outflow» von Jim O’Neil, CC-Lizenz via flickr

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