Lügenschwemme

Wir leben in einer Zeit der Lügenschwemme und der Halbwahrheitenflut. Manchmal steht mir beides bis zum Halse. Dann strecke ich mich nach der Wahrheit, die wie Inseln aus dem Meer hervorragt, und atme tief durch.

Seelentheke

Als ich euch lud zum Fest an meine Seelentheke, kamt ihr alle. Gott, war das schön! Wir tauschten Glücksmomente aus, stiessen auf unsere Freuden an und betranken uns an unseren Schmerzen. Je später der Abend, umso rührseliger wurden wir, bis wir um Mitternacht nach draussen gingen und uns mit den Sternen verbündeten.

radikales Gutmenschentum

Bin ich ein Gutmensch? – Sie sind nicht wohlgelitten, die Gutmenschen, in dieser ernüchterten Postmoderne. (Oder sind wir bereits in der Postpostmoderne?) Man spricht ihnen allen Realitätssinn ab. Sie hätten die Zeichen der Zeit nicht erkannt und hängten einem verglühten Glauben nach – dem Glauben an den Menschen selbst – und an die Kraft seiner Träume. Gutmenschen sind hoffnungslose Träumer. Bin ich ein Gutmensch? Ja, in diesem Sinn bin ich es – und zwar radikal.

trostlose Zuversicht

In den Anfängen des 21. Jahrhunderts lebten wir in einer Art Hoffnung der Verzweifelten: Wir klammerten uns an die Börsenkurse und vergassen die hungernden Kinder. Wir förderten die Wirtschaft – statt die Menschen. Und wir waren stolz auf die Errungenschaften der Wissenschaften, statt auf die Errungenschaften unseres Herzens zu achten.

Selbstüberschätzung

Manche Uhrmacher meinen, sie hätten die Zeit im  Griff. Dabei kümmern sie sich allein um die Zeitmessung. So geht es auch manchen Politikern. Sie glauben, gesellschaftliche Fragen zu lösen, doch in Wirklichkeit verwalten sie nur die Macht.

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