Bernie Sanders – der revolutionäre Sozialdemokrat

Bernie Sanders‘ neu erschienenes Buch «Our Revolution: A Future to Believe in» ist so etwas wie sein politisches Vermächtnis. Der spanische Journalist Ibán García del Blanco hat es gelesen und eine interessante Rezension geschrieben. Übersetzung aus dem Spanischen: Walter B.

Letzte Weihnachten schickte mir ein Bekannter, der mich gut mag, aus dem Land des Brexit das kürzlich erschienene autobiografische Werk von Bernie Sanders: «Our Revolution: A Future to Believe in».[1] Ich gestehe, ich bin kein Anhänger solcher Bücher, die oft statt Ideen zu transportieren andere Ziele anstreben. Nachdem ich das Buch gelesen habe, denke ich, dass es hier anders ist.

Es handelt sich um Neubearbeitungen von Texten, die unabhängig voneinander entstanden sind, was gelegentlich dazu führt, dass sich einzelne Abschnitte wortwörtlich wiederholen. Doch die Texte kommen authentisch daher, zeugen von erfrischendem Humor und helfen zweifellos, die soziologische Wirklichkeit Nordamerikas und das Phänomen Trump zu verstehen.

Erste Lektion: In dieser globalisierten Welt sind sich die Probleme der Demokratien ähnlich. Trotz aller theoretischen Unterschiede der Modelle, stehen die Schwierigkeiten vielenorts im Zusammenhang mit unserem angeschlagenen Wohlfahrtsstaat. Sanders zeigt schön auf, wie sich die Einkommensverteilung zwischen der privilegiertesten Klasse und der ehemals stolzen amerikanischen Mittelklasse entwickelt hat, und führt den Wendepunkt hin zur Ungleichheit auf den Beginn von Reagans Deregulierungen zurück. Weltweit brach der Kapitalismus ab den 1980er Jahren die Vereinbarung mit der Mittelklasse über die Verteilung der Einkommen. Auch der Ökonome Manuel Escudero[2] zeigt das klar auf. Von da an sind wir bis zur heutigen Ungleichheit gelangt, die unsere Institutionen untergräbt und uns in eine Dystopie führt. «Sie machen keine Fehler», sagt Bernie, «der wirtschaftliche Kuchen ist weiter gewachsen. Bloss bleiben den Armen und der Mittelklasse immer kleinere Stücke.»

Es ist erschreckend, dass seine erste Rede für die Primärwahlen im Mai 2015 in Vermont so getreu beschreibt, wo unser Land heute steht. Nach der Einleitung «Heute beginnen wir eine politische Revolution», stellt er die Grundzüge seines Programms vor.

  • Wirtschaft, Einkommen und Ungleichheit. Es liegt etwas äusserst Unheilvolles in der Tatsache, dass ein Prozent der Bevölkerung der USA fast so viel besitzt wie neunzig Prozent – oder dass 99 Prozent der neuen Einkommen direkt diesem einen Prozent der Privilegierten zufliessen.
    Die Botschaft Sanders an die Millionäre: Ihr könnt nicht alles haben. Ihr könnt nicht weiterhin von Steuervergünstigungen profitieren, während es Kinder gibt, die Hunger leiden. Ihr könnt nicht weiterhin eure Gewinne auf den Kaimaninseln verstecken, während an allen Ecken und Enden unseres Landes grosse Bedürftigkeit herrscht. Eure Habsucht muss ein Ende haben. Ihr könnt nicht weiterhin von allen Vorteilen profitieren, ohne jegliche Verantwortung zu übernehmen. Die Vereinigten Staaten brauchen ein gerechtes und fortschrittliches Steuersystem.
    Trotz der technologischen Explosion und der rasanten Produktivitätssteigerung ist das mittlere Jahreseinkommen einer Familie 5’000 Dollar tiefer als noch 1999. Die offizielle Arbeitslosenquote widerspiegelt in keiner Weise die Anzahl der Menschen, die bereits vom System abgekoppelt sind. Sie widerspiegelt nicht die 17 Prozent Jugendarbeitslosigkeit, die unter den Schwarzen noch viel höher liegt, oder die 45 Millionen Personen, die in Armut leben. Viele davon arbeiten, aber mit nicht existenzsichernden Löhnen.
  • Die Macht der Lobbys über die Institutionen. In der Folge eines Urteils des Obersten Gerichtshofs wurden die Grenzen für Wahlkampfspenden aufgehoben. Damit öffnet sich ein weites Feld uneingeschränkter Einflussnahme der grossen Multis auf die KandidatInnen. Im Gegensatz zu nationalistischen Bewegungen, die vorgeben, dieselben Prinzipien zu verteidigen, stellt sich Sanders seltsamerweise nicht grundsätzlich gegen die Wahlkampffinanzierung, sondern plädiert für eine öffentliche, angemessene und egalitäre Finanzierung, um so der Korruption entgegenzuwirken.
  • Klimawandel. Die wissenschaftliche Gemeinde ist sich einig: Der Klimawandel hat bereits heute verheerende Folgen für die Welt. Wenn wir unsere Energieversorgung nicht mutig transformieren, wird es zu Katastrophen kommen, zu Hungersnöten, Überschwemmungen, Epidemien, zur Übersäuerung der Ozeane. Und diesen Kampf müssen die USA anführen.
  • Arbeit, Arbeit, Arbeit. Ein keynesianischer Sanders setzt auf einen neuen New Deal: ein massives Programm zur Erneuerung und Reparatur der landesweiten Infrastruktur, das bis zu 13 Millionen Arbeitsstellen schaffen kann. Trump nimmt diese Idee in sein Programm auf, allerdings mit Änderungen.
  • Handel. Keine weiteren Freihandelsabkommen. Seltsam, wie die diesbezüglichen Ängste von ausserhalb nun in die USA zurückschwappen und Sanders, Clinton und sogar Trump vereinen. Wie wir gesehen haben, löst Letzterer sogar Verträge auf, die bereits unterzeichnet waren.
  • Löhne. Der landesweite Mindestlohn von 7,25 Dollar pro Stunde reicht nicht zum Leben. Er soll innerhalb von fünf Jahren auf 15 Dollar angehoben werden. Die Stadt Los Angeles hat eine solche Erhöhung des Mindestlohnes bereits vorgenommen. Eine Kuriosität in den USA. Das Ziel der Nation soll es sein, dass ein Vollzeitarbeiter von seiner Lohn leben kann. Nicht wirklich revolutionär. Oder? Ausserdem schlägt Sanders Massnahmen vor, um die Lohngleichheit zwischen Mann und Frau zu erreichen. Die Frauen verdienen für dieselbe Arbeit 78 Cents pro Dollar eines Mannes.
  • Wall Street reformieren. Die Wall Street darf nicht weiter eine Insel sein, auf der mit riskanten Anlagen Milliarden verspielt werden, während zugleich auf Rettung durch den öffentlichen Sektor gehofft wird. Wenn eine Bank zu gross ist, um unterzugehen, ist sie auch zu gross, um zu existieren. Nordamerika braucht Banken, die Teil der Realwirtschaft sind.
  • Öffentliches Gesundheitswesen für alle, Schutz für die Verletzlichsten. Was Sanders in seinem Buch über die medizinische Versorgung schreibt, lässt einen die Haare zu Berg stehen. Paradoxerweise ist die Situation ausgerechnet in jenen Staaten deutlich schlechter, die mehrheitlich republikanisch wählen. Anderseits ist dort die Wahlbeteiligung auch am tiefsten. Sanders setzt sich für ein noch ambitionierteres System als Obamacare ein: für ein landesweites Programm zum Schutz der Kinder.
  • Ausbildung für alle. Grundbildung mit einem Minimum an Qualität, bezahlbare Universitäten und ein Ende der Studiendarlehen, welche die Studenten für Jahrzehnte belasten.
  • Krieg und Frieden. Wir leben in einer komplexen Welt, und es gibt sehr wohl Bedrohungen. Doch die USA müssen verantwortlich handeln: Keine Abenteuer wie im Irak mehr! Wir müssen den IS rigoros bekämpfen. Aber nicht nur. Es muss eine internationale Koalition unter der Führung von moslemischen Staaten gebildet werden, die nicht nur den Terrorismus besiegt, sondern auch Bedingungen für einen anhaltenden Frieden schafft.

Dies ist keine abschliessende Liste aller Ideen Sanders. Es gibt viele weitere, etwa zur Situation der Minderheiten, zum Kampf gegen den Diskurs des Hasses, zum Schutz der Diversität, zu einer fortschrittlichen Migrationspolitik. Einige dieser Ideen sind ausführlicher ausgearbeitet, andere nur angedeutet. Und dann gibt es auch solche, über die man diskutieren kann. Insgesamt ist nichts Revolutionäres an Sanders Programm, der sich offen zur Sozialdemokratie und zum Erbe von Franklin D. Roosevelt bekennt. Heutzutage ist es schon revolutionär, ein Sozialdemokrat zu sein. Die Wurzeln des klassischen demokratischen Sozialismus wiederzuentdecken, ist in Zeiten der Trockenlegung ideologischer Räume geradezu ein Bannfluch gegen den ungezähmten Kapitalismus von heute.

Es hat auch nichts Überraschendes, dass ein Senator von 73 Jahren es geschafft hat, um seine Person eine Welle von Begeisterung und demokratischer Teilhabe zu verbreiten und Millionen von jungen Menschen zu politisieren. Er ist schlicht der einzige, der den Mut gehabt hat zu sagen, dass es nun genug sei. Zudem sei der König nackt.[3] (Tatsächlich sind es Tausende von Kindern in den ärmsten Elendsvierteln.) Das Establishment der Demokraten lag falsch, als es mit allen Mitteln den Sieg von Hillary Clinton anstrebte, während die massive Mobilisierung rund um Sanders ganz andere Signale aussandte. Für mich ist klar, dass Sanders heute Präsident wäre, wenn es zu einer Ausmarchung zwischen ihm und Trump gekommen wäre. Keine Frage, dass sich viele fortschrittliche Amerikaner ins eigene Bein geschossen haben, als sie in dummerweise Clinton angriffen. Ebenso gewiss ist es auch, dass ein ausgeprägteres politisches Bewusstsein vorausgesehen hätte, dass passieren würde, was passiert ist.

Schulz in Deutschland hat verstanden: Die Sozialdemokratie ist entweder links oder sie ist gar nicht mehr. Es geht nicht mehr um die Alternative zwischen «Verantwortung» oder «Chaos», sondern um jene zwischen Neoliberalismus oder Wandel. Und wenn die Sozialdemokratie nicht den Wandel verkörpert und am Schluss der Wandel auch kommt, wird es Chaos geben.


Anmerkungen:

[1] Erscheint in deutscher Übersetzung im Juni 2017 bei Ullstein: Bernie Sanders, «Unsere Revolution. Wir brauchen eine gerechte Gesellschaft» (ISBN-13 9783550050077)

[2] Spanischer Ökonome und Sondergesandter des United Nations Global Compact, einem weltweiten Pakt, der wischen der UNO und immer mehr Unternehmen geschlossen wird, um die Globalisierung sozialer und ökologischer zu gestalten.

[3] Der Autor bezieht sich hier auf das Märchen «Des Kaisers neue Kleider» von Hans Christian Andersen, in dem betrügerische Weber einem Kaiser vorgaukeln, sie hätten ihm ein edles Kleid gewoben, das nur von Leuten gesehen werden könne, «die ihres Amtes würdig und nicht dumm» seien. Dabei ist der König nackt, was allerdings weder er noch das Volk zugeben wollen.

Bild: Phil Roeder, CC-Lizenz via flickr.

Das Original der Buchrezension von Ibán García del Blanco ist auf dem Blog Tribuna Abierta bei eldario.es erschienen.

Paris entblösst uns

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Messerscharf und mit spitzer Feder analysiert der spanische Journalist Ramón Lobo die Lage vor und nach den Anschlägen in Paris und die unglaubwürdige Haltung des Westens im Syrienkonflikt. Er ist sich sicher: «Gesellschaften ohne Gedächtnis können keinen Krieg gewinnen – und den Frieden schon gar nicht.» – Übersetzung: Walter B.

Es gibt drei Antworten auf einen Angriff wie den in Paris. Die erste Antwort kommt aus dem Bauch und wird von Marine Le Pens Front National bereits ins Feld geführt: Moscheen sollen geschlossen, islamische Organisationen verboten werden. Die zweite Antwort besteht darin zu behaupten, wir seien im Krieg, und zu fordern, die Bombardierungen in Syrien seien zu intensivieren, die Toten zu rächen. Die dritte Antwort zielt darauf, die Ursachen zu beseitigen, welche dem radikalen Islamismus zugrunde liegen, und die moderaten Moslems zu stärken sowie die Bildung zu fördern. Es ist möglich, dass keine der drei Antworten hilft, geschweige denn eine alleine. Doch alles der Reihe nach!

Vor einem Selbstmörder kann man sich nicht schützen

So sehr man auch in allen Farben und Stufen Warnungen herausgibt, so sehr man auch unzählige Polizisten und Militärs in die Strassen ausschwärmen und an den Grenzen aufmarschieren lässt: Es gibt keinen wirklichen Schutz vor einem Angreifer, der zu sterben bereit ist. Er hat einen Vorteil auf seiner Seite: Er weiss, dass er töten wird. Sein Ziel ist im Nachteil: Es weiss nicht, dass es sterben wird.

Der klassische Terrorist versucht ein Attentat zu begehen, dann zu fliehen und sein Leben zu retten. Ihm gegenüber ist Abschreckung möglich. Der fanatisierte Attentäter, dem eine himmlische Prämie winkt, versucht einen grösstmöglichen Schaden bei der Zivilbevölkerung zu verursachen. Seine Zielobjekte sind nicht notwendigerweise politisch aufgeladen, zum Beispiel Gebäude mit symbolischer Bedeutung oder Amtsstätten, die sowieso normalerweise besser geschützt sind. Es genügt vielmehr, dass die Objekte leicht zugänglich sind. Opfer kann irgendwer sein, wie etwa im Mai 2013 in London, wo zwei Männer einem Soldaten in Zivil die Kehle durchschnitten.

Trotz allem ist Sicherheit notwendig. Ein Beispiel dafür ist das Stade de France, wo die Zutrittskontrolle einen der Attentäter entdeckte, worauf dieser sich auf der Fluch in die Luft sprengte. Gut möglich, dass die anderen zwei Attentäter, die sich in unmittelbarer Nähe aufhielten, ebenso die Absicht hatten, sich innerhalb des Stadions mit 80’000 Zuschauern in die Luft zu sprengen. Ein Stadion kann man schützen, nicht aber jeden Konzertsaal, nicht jedes Restaurant oder Café in einer Stadt wie Paris.

Verteidigen wir die Demokratie und die Freiheit!

Das ist die meist wiederholte Erklärung der Führer Europas und der Vereinigten Staaten. Das Problem ist nun allerdings, wo wir solch edle Werte denn überhaupt in die Tat umsetzen. Manchmal nicht einmal innerhalb unserer eigenen Landesgrenzen. Siehe zum Beispiel die Ley Mordaza[1]. Und wir übertragen sie schon gar nicht auf jene Länder, wo die Reichtümer herstammen, die erst unsere Art zu leben ermöglichen. Wo es Erdöl in Hülle und Fülle gibt, strategische Erze – und Sklavenarbeit, dort funktionieren diese Prinzipien nicht, weil wir sie durch unsere Interessen ersetzen.

Wenn aber Erklärungen solch pompöser Art fürs Heimpublikum ausgesendet werden, so vergrössert sich dadurch nur die Kluft zu den Welten der Armut, der Ungerechtigkeit, des Hungers, des Machismus und der Ausbeutung, weil es aufzeigt, dass wir nichts verstanden haben und weiterhin auf dem hohen Podest der moralischen Überlegenheit stehen bleiben, einer Überlegenheit, die uns ein Teil der Welt schlicht nicht mehr abkauft.

Was für eine Demokratie haben wir in Ägypten verteidigt, als die Muslimbrüder, welche die Wahlen gewonnen hatten, von der Macht entfernt wurden? Was für eine Freiheit wird in den von Israel besetzten Gebieten verteidigt? Für welche Werte kämpfen wir nach den Terroranschlägen vom 11. Sepember 2001 in all den Geheimgefängnissen, mit den Entführungen und gezielten Tötungen? Was für Prinzipien gaben den Anstoss für die Invasion des Irak, für den Sturz von Gaddafi und den Bürgerkrieg in Syrien? Was für eine Moral kann der Sicherheitsrat für sich beanspruchen, in dem die wichtigsten Waffenexporteure gleichzeitig die ständigen Mitglieder sind und ein Vetorecht innehaben? Wir herrschen. Aber es fehlt uns an Autorität. Und die Herrschaft kann mit Gegengewalt bekämpft werden. Genau dies geschieht jetzt.

Was bombardieren wir in Syrien?

Nach mehr als vier Jahren Krieg, nach 250’000 bis 300’000 Toten und vier Millionen Flüchtlingen fahren wir fort, ohne dass wir wissen, was wir in Syrien überhaupt verteidigen, wer unsere Verbündeten sind und was für Ziele wir haben. Zu Beginn wurde die Freie Syrische Armee unterstützt mit der Hoffnung, sie könne das Regime Baschar al-Assads stürzen. Nie gaben wir ihnen indessen die Waffen und nötigen Mittel, um professionelle Streitkräfte zu besiegen. Angesichts der operativen Unfähigkeit dieser Truppe tauchten andere, immer radikalere Gruppierungen auf wie die Al-Nusra-Front – welche der Al-Qaida huldigt – und die ISIS, aktuel Islamischer Staat (IS) oder Daesh genannt. Einige unserer Freunde am Golf, wie Katar und Saudi-Arabien, waren aktiv an ihrem Aufstieg beteiligt und lieferten Geld und Waffen. Wir könnten dazu auch unser Verteidigungsministerium befragen und die Spuren spanischer Munition nach Riad und bis nach Syrien verfolgen. Niemand ist in dieser Geschichte unschuldig. [Read more…]

Ein Europaabgeordneter auf Rädern

Mit treffenden Worten und einem klaren Blick für die gesellschaftliche Stellung der Behinderten in Spanien beschreibt der Rollstuhlfahrer Pablo Echenique-Robba die Hindernisse auf seinem Weg hin zu einem Mandat als Europaabgeordneter. Vordergründig sind es architektonische Hindernisse, aber diese sind nur Ausdruck einer politischen und gesellschaftlichen Haltung. Das Mandat ins Europäische Parlament hat er trotzdem erhalten. Übersetzung: Walter B.

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Die Struktur einer Gesellschaft zeigt sich am klarsten, wenn man auf ihre «oberen» Schichten blickt, dorthin also wo die wirtschaftliche und politische Macht sitzt.

Frauen wissen es längst: Nur 16,6 Prozent der Verwaltungsratsmitglieder aller Firmen auf dem IBEX 35-Index [dem Aktienindex der wichtigsten spanischen Unternehmen] sind Frauen. Und nur 36,2 Prozent unserer Kongressabgeordneten sind weiblichen Geschlechts. Da Frauen etwa fünfzig Prozent der Bevölkerung ausmachen, ist uns allen klar, dass sie sowohl beim IBEX 35 als auch im Kongress untervertreten sind.

Ähnliches und womöglich noch Krasseres gilt für die Menschen mit Behinderung. Allerdings gibt es hier kaum Statistiken, so dass wir darauf angewiesen sind, Schätzungen anzustellen oder Anekdoten zu erzählen. Wir brauchen nun mal Geschichten, wenn uns wissenschaftliche Fakten fehlen.

Auf dem Gebiet der Schätzungen müssten wir beispielsweise – in Anbetracht dessen, dass ungefähr eine von zehn Personen eine Behinderung hat – im Spanischen Unterhaus etwa 35 Abgeordnete mit Behinderung haben. Ich konnte nicht herausfinden, ob das so ist oder nicht. Aber es gibt dort zweifellos nur einen im Rollstuhl, während es drei oder vier sein müssten. Und ich kann mich nicht daran erinnern, je einen gehörlosen oder blinden Abgeordneten gesehen zu haben.

Selbstverständlich schafft die Tatsache, dass unser König behindert ist, einen gewissen Ausgleich. Das erfüllt mich zwar mit Stolz und Befriedigung, ändert aber letztlich nichts an der brutalen Untervertretung von Menschen mit Behinderung.

Lasst uns also auf dem Gebiet der Anekdoten einige wenige analysieren, die mir selbst in den letzten Monaten widerfahren sind. Wie ihr vielleicht wisst, hatte ich es satt, dass Millionen in unserem Land Hunger und Entbehrungen erleiden und im Elend leben müssen, während eine Handvoll selbstsüchtiger Psychopathen sich mehr Jachten, Gemälde und Villen kaufen denn je. Vor kurzem entschloss ich mich deshalb, dass mir meine wissenschaftliche Arbeit beim CSIC und die Mitarbeit hier [eldiario.es] nicht mehr genügten und ich etwas tun musste, um diesem Aushungern der Menschenrechte ein Ende zu setzen. Ich begann damit, die Lakaien der IBEX-Bosse aus unseren Institutionen zu werfen.

Diesen Wunsch vor Augen, begann ich aktiv bei Podemos mitzumachen, stellte mich bei den für alle offenen Primärwahlen zur Verfügung und wurde auf den fünften Platz der Wahlliste fürs Europäische Parlament gewählt.

Seither bin ich in manche Städte Spaniens gereist, wurde auf einigen Plätzen richtiggehend braungebrannt, bestritt einige Podien und hatte Kontakt mit etlichen Medien, teils wichtigen, teils weniger wichtigen. Letzten Sonntag Nacht erfuhr ich, dass ich nun offiziell Europaabgeordneter bin. – Aber es geht mir um die Podien und die Medien, von denen ich euch berichten möchte.

Was die Podien anbetrifft, so habe ich herausgefunden, dass praktisch alle Theater, Aulas und Hörsäle zwar für uns Rollifahrer mehr oder weniger geeignet sind – solange wir im Publikum sitzen. Nur sehr wenige erlauben es hingegen, dass wir als Rollifahrer bequem auf die Bühne kommen. Da es mir nichts ausmacht, vom Publikumsraum aus zu sprechen, ist das nicht so schlimm. Aber es ist nun mal eine Tatsache.

Schlimmer ist es mit den Medien. Vor dem Eingang eines wichtigen Radiosenders gab es vier Treppenstufen. Ich musste den Hausmeister, den Fahrer eines Paketzustelldienstes, der in der Nähe gerade Päckchen einlud, sowie einen Passanten aufbieten. Sie wussten nicht, dass ich mitsamt Rollstuhl 200 Kilogramm wiege, als sie munter erklärten: «Na klar, Kollege! Gehen wir!» Wieder runter halfen mir danach der Moderator und ein paar Journalisten. Ich weiss nicht, ob sie mich je wieder einladen werden.

Zu einer Debatte mit mehreren Parteien bei einem anderen Sender ging ich gar nicht erst hin. Sie fand im Untergeschoss statt – ohne Lift.

Wenige Tage später wurde ich zu einer Fernsehsendung eingeladen. Doch ich kam nicht vor die Kamera, weil ich zwischen einem Tisch und einer Wand nicht hindurch kam. Auch ein etwas festerer Mann wäre nicht hindurch gekommen. Ich bin mir sicher, dass ich der erste (und vielleicht auch letzte) Behinderte war, den sie einluden.

Letzte Woche bei einem anderen, recht beliebten Fernsehsender in Saragossa erklärte ich mich einverstanden, dass man mich drei Stufen hoch und sieben Stufen wieder herunter trug. Allerdings nur, weil der Kandidat der VOX sich bereit erklärte zu helfen. – Und ich hatte Mitleid mit ihm.

Solche Katastrophen sind kein Zufall. Ganz offensichtlich besitzen wir Behinderte praktisch nie Macht, nehmen praktisch nie an politischen Debatten teil, müssen praktisch nie auf Podien steigen, weil wir in dieser Gesellschaft schlicht nichts zu melden haben. Die Unterdrückung, der wir ausgesetzt sind, verdammt uns fast immer dazu, Subjekte der Wohltätigkeit sowie Publikum, also Zuhörer und Zuschauer zu sein.

In unserem Haus besteht die Decke nicht aus Glas, sondern aus armiertem Beton.


Hier geht es zum Original des Textes von Pablo Echenique auf eldiario.es.

 

Interview mit Antonio Orejudo über den Tod von García Márquez

Ein Interview der etwas anderen Art: Statt in den Chor der allgemeinen Bestürzung über den Tod von Gabriel García Márquez einzustimmen, nimmt Antonio Orejudo, der spanische Schriftsteller und Literaturkritiker, – bei aller Achtung gegenüber dem kolumbianischen Schriftsteller – den gesellschaftlichen Umgang mit Literatur und den Literaturbetrieb auf die Schippe. Übersetzung: Walter B.

Hat Ihnen García Márquez gefallen?
Ja, mich dünkt er ein ausserordentlicher Erzähler. Ich erinnere mich an das Staunen, mit dem ich «Hundert Jahre Einsamkeit» gelesen habe, und an die Angst, mit der ich das Buch sehr viel später erneut las, denn ich fürchtete, der Text könnte schlecht gealtert sein. Doch ich war überrascht, wie er all seine Kraft behalten hat. Nur wenige Bücher halten einer zweiten Lektüre stand, geschweige denn einer dritten oder vierten. Allerdings ist das die Nagelprobe, um herauszufinden, ob wir ein gutes Buch vor uns haben. Wenn ein Roman nicht imstande ist, die Zeit zu überdauern: Weg damit! Es ist mir klar, dass es cooler ist, ein anderes Buch von García Márquez als gerade «Hundert Jahre Einsamkeit» zu empfehlen. Mir hätte es jedenfalls gefallen, dieses Buch zu schreiben.

Die Bestürzung, die sein Tod hervorgerufen hat, ist überraschend.
Mich dünkt das eher lächerlich als überraschend. Der Schmerz, den die Familienangehörigen und Freunde der physischen Person Don Gabriel García Márquez wegen dessen Todes erleiden müssen, ist nichts als logisch. Aber die hysterischen Bekundungen des Bedauerns von einigen Verlegern und Lektoren … – was soll ich sagen? – lässt mich fremdschämen.

Finden Sie sie nicht aufrichtig?
Es ist offenbar eine Überreaktion, ein pawlowscher Reflex auf den Reiz der Medien. Leider hatte ich nicht das Glück, Don Gabriel persönlich kennen zu lernen. Deshalb kann ich wegen seines Todes nicht mehr empfinden als bei irgend jemandem, den ich in der Schule gelesen habe. Was mich tatsächlich schmerzt: dass er nun zu schreiben aufgehört hat. Aber damit hat er schon vor einiger Zeit aufgehört. Der Schriftsteller ist schon vor Jahren gestorben. Bedauern empfand ich bereits, als ich wusste oder ahnte, dass ich nie wieder einen Roman lesen würde, der von ihm geschrieben war. Übrigens frage ich mich, wie viele von denen, die den Tod des Schriftstellers wie Klageweiber betrauert haben, seine Werke aus dem Internet heruntergeladen haben, ohne etwas dafür zu bezahlen.

Ach, das mussten Sie jetzt mal loswerden! Finden Sie, das ist hier der beste Augenblick, um sich über das Herunterladen von geschützten Werken auszulassen? Wir halten schliesslich noch so etwas wie Totenwache.
Gewiss! Das dünkt mich ein sehr guter Augenblick. Ich finde es eine bodenlose Heuchelei, das Werk von García Márquez zu lesen, ohne ihm für seine Arbeit etwas zu zahlen, und dann seinen Tod zu beweinen. Die beste Art, einen Schriftsteller zu feiern, sein Leben und sein Schreiben zu feiern, ist, seine Werke zu lesen und dafür auch zu bezahlen – nicht indem man über seinen Tod greint.

Ich glaube nicht, dass García Márquez das Geld von den illegalen Downloads seines Werks wirklich brauchte.
Ich wusste gar nicht, dass Sie darüber befinden können, ob eine Vergütung ausreicht … Sie wären ein ausgezeichneter Präsident des Arbeitgeberverbands.

Warum so grimmig? Wären Sie denn gerne der Tote gewesen?
Natürlich nicht. Ich will nicht sterben. Aber dieser Zirkus behagt mir überhaupt nicht. Der Wirbel stört mich, den der Tod eines Schriftstellers verursacht – ausgerechnet in einer Welt, in der die Literatur nur mehr eine überflüssige Kunst darstellt.

Und wem oder was geben Sie dafür die Schuld?
In erster Linie den Zeitungen, die nun alle Nachrufe auf García Márquez abdrucken, die sie seit Jahren im Kühlschrank gehortet haben. Und zweitens beruhigen wir doch nur unser schlechtes Gewissen als schlechte Leser, indem wir den Tod der Schriftsteller beweinen. Als Motto für die nächste öffentlich finanzierte Lesekampagne schlage ich vor: Liebe Leserinnen, liebe Leser, lesen Sie mehr und weinen Sie weniger!

Oder glauben Sie womöglich, dass die Bestürzung über den Tod von García Márquez eine Verschwörung der Zeitungen ist?
Ich habe nicht von einer Verschwörung gesprochen. Was ich sage, ist, dass die Zeitungen, die Medien im allgemeinen, begierig nach Ereignissen sind, weil sie davon leben. Deshalb werden diese zwischendurch, wenn es gerade keine Ereignisse gibt, erfunden. Aber der Tod eines berühmten Schriftstellers ist keine Erfindung. Er geschieht und ist eine einzigartige Gelegenheit, Seite um Seite mit Nekrophilem zu füllen. Die Zeitungen bewundern den Tod, aber auch die extremen Publikationen oder Verkäufe oder den Literaturpreis. All dies sind Nachrichten. Eine andere Sache ist das Lesen, diese einsame Aufgabe, die zuweilen anstrengend ist und keine unmittelbare Wirkung hat. Diesen Mumpitz interessiert in den Zeitungen immer weniger.

Der Tod ist also eine Möglichkeit, ein Geschäft zu machen. Merken Sie das erst jetzt?
Nein, das wusste ich schon vorher. Ich sage es Ihnen jetzt, weil Sie mich danach gefragt haben. Der Tod ist fabelhaft für die Lebenden. Weil nun – Achtung! – überarbeitete Ausgaben von García Márquez erscheinen werden, Gesamtausgaben, bisher Unveröffentlichtes, Briefe und Manuskripte, die in der Truhe lagen – womöglich bis es zum Familienstreit kommt. Ein Schriftsteller ist ein Schwein: Er bringt seinen vollen Nutzen erst, wenn er tot ist. Vom Schnörrchen bis zum Schwänzchen – alles ist Gabo.[1]


Anmerkungen:

[1] Dieser Kalauer lässt sich kaum angemessen ins Deutsche übersetzen. Das Original lautet: Desde el morro hasta el rabo, todo es Gabo. Unter Gabo, dem Kosenamen für Gabriel, ist García Márquez in Lateinamerika weitherum bekannt.

Das Original des Textes ist auf dem Blog Autoentrevistas Antonio Orejudo bei eldiario.es erschienen. Hier veröffentlicht der Romancier und Literaturkritiker Interviews – mit sich selbst …

Hier geht es zu seinem Blog (aufs Bild klicken!):

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«Macht und Politik sind heute voneinander geschieden»

Was früher zusammengehörte, hat sich immer mehr voneinander getrennt: Während die Politik im Wesentlichen lokal agiert, hat sich die Macht verflüssigt, vom Lokalen abgekoppelt und agiert global – mit fatalen Folgen für die Politik. So äussert sich der Sozialwissenschafter Zygmunt Bauman in einem Interview mit der spanischen Onlineportal eldiario.es. Übersetzung: Walter B.

Zygmunt_Bauman_by_KubikAls wir in der Stiftung Rafael Pino zu einem Treffen mit dem polnisch-britischen Soziologen und Philosophen Zygmunt Bauman empfangen werden, bittet man als erstes die Fotografen, auf das fortgeschrittene Alter des Professors Rücksicht zu nehmen. Nur wenig später widerlegt Bauman seine vermeintliche Gebrechlichkeit. Ein grosser, gertenschlanker Herr in Schwarz durchquer ungeachtet des winterlichen Nieselregens mit aufrechtem Gang die ganze Terrasse und kommt auf uns zu. Seine geradlinige Erscheinung wird nur durch einzelne weisse Haarbüschel durchbrochen, die allseits von seinem kleinen Kopf abstehen.

Er scheint nur aus Nerven zu bestehen, ausgeglichen, ja, aber aus reinen Nerven, was sich etwa darin ausdrückt, dass seine langen Arme und hyperaktiven Hände nur mit Hilfe einer kleinen Pfeife und einem Feuerzeug zur Ruhe kommen. Dann wird sein Blick gesammelter und sucht unruhig Kontakt zu uns Journalisten, die wir um ihn herum absitzen.

Er ist umgänglich, ironisch und weder um ein Lächeln noch um einen Spass verlegen. Dieser freundliche Charakter steht im Gegensatz zu seinem pessimistischen Blick auf die Welt, gestützt von einer Vielzahl von Daten, die sein Buch «¿La riqueza de unos nos beneficia a todos?» enthält [etwa: «Nützt der Reichtum der einen uns allen?»], das soeben bei Paidós in spanischer Übersetzung erschienen ist. «Natürlich nicht», wird er während des Gesprächs ein ums andere Mal als Antwort auf die rhetorische Frage im Titel sagen und lange Ausführungen folgen lassen.

Bekanntlich verwendet Bauman den Begriff des Liquiden, Verflüssigten, um das Ende jeglicher Gewissheiten und der Integrität jener Institutionen zu bezeichnen, von denen man gemeinhin annimmt, dass sie die Grundlage unseres Lebenssystems darstellen. Noch beängstigender ist aber, dass seines Erachtens die Erfahrung ihren Wert verliert.

Das ganze gesammelte Wissen verliert seinen Nutzen, so sagt er, wenn man sich in einer verflüssigten Gesellschaft bewegt, in der die Arbeit ihren Wert verloren hat, ebenso wie das Wohlwollen, die Uneigennützigkeit und die Bindungsfähigkeit, und in welcher der Mitbürger im besten Fall reiner Konsument ist.

«Die Summe der Einkäufe eines Landes ist das Mass seines Glücks.» Dies ein Satz aus seinem neuen Buch. Der Autor erinnert daran, wie Expräsident George W. Bush, als die Zwillingstürme fielen, zu den Amerikanern sagte, um sie zu beruhigen: «Geht wieder einkaufen!»

Für Bauman hat die Zukunft nichts Erfreuliches: «Das Bild der künftigen Ungleichheit ist nicht wirklich vielversprechend.» Und diese Diagnose enthält wie alle anderen Überlegungen, auf die er sich einlässt, kein bisschen Optimismus. Auch getraut er sich nicht, einen möglichen Ausweg aus der grossen Krise aufzuzeigen. Womöglich kann man nur noch darauf hoffen, dass letztlich doch noch der gesunde Menschenverstand die Oberhand gewinnt und verhindert, dass wir an einen Punkt ohne Umkehr kommen. Vielleicht bemüht sich Bauman deshalb darum, äusserst didaktisch vorzugehen und keine einzige Frage summarisch zu beantworten.

Neueste Untersuchungen zeigen, dass die Lebensqualität der Gesellschaft als Ganzes nicht mit dem mittleren Einkommen korreliert, sondern mit dem Grad der Ungleichheit.

Schon auf den ersten, an statistischem Material so reichen Seiten erhält man eine lapidare Antwort auf die Frage im Titel Ihres Buches.

Wir können den Zustand der Welt einschätzen, indem wir statistische Daten heranziehen und einen Mittelwert errechnen. Es fehlt uns nicht an Statistiken, die uns einen Durchschnittswert liefern. Aber den mittleren Menschen gibt es nicht. Er ist eine Fiktion: Die Menschen aus Fleisch und Blut leben in Ungleichheit. Sie leben nicht in Gleichheit. Sie sind intelligent und können durchaus feststellen, dass es sehr zweifelhaft ist zu behaupten, der Reichtum verbessere ihre Lebensqualität. Denn während es einigen Leuten tatsächlich besser geht, geht es anderen umso schlechter. Und die Leute reagieren nicht auf die generelle Höhe des mittleren Wohlstands, sondern auf die Unterschiede in der Bevölkerung. Neueste Untersuchungen, inbesondere eine erhellende Studie von Richard Wilkinson und Kate Picket ((Link nicht mehr verfügbar)), zeigen, dass die Lebensqualität der Gesellschaft als Ganzes – nicht die der einen oder anderen Gruppe, sondern die allgemeine Lebensqualität, die beeinträchtigt sein kann durch pathologische Erscheinungen wie Alkoholismus oder Teenagerschwangerschaften, letztlich durch alle Krankheiten der Gesellschaft – dass die Lebensqualität der Gesellschaft als Ganzes nicht mit dem mittleren Einkommen korreliert, sondern mit dem Grad der Ungleichheit. [Read more…]

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